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Mammut-Ermittlungen gegen Telekom angeblich vor Abschluss

20.03.2005
19:31

Anklage in der Immobilienaffäre droht


Nach rund fünfjährigen Mammut-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft droht der Deutsche Telekom jetzt angeblich eine Anklage in der Immobilienaffäre. Der erneute Vorschlag der Bonner Staatsanwaltschaft, das Ermittlungsverfahren gegen die Zahlung einer Geldbuße nun einzustellen, hätten die Hauptbeschuldigten abgelehnt, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Wochenende vorab. Dadurch dürfte der Staatsanwaltschaft kaum eine andere Möglichkeit bleiben, als in den nächsten Wochen die Anklageschrift bei Gericht einzureichen. Gut 80 Prozent des Werkes sollen bereits fertig sein.

Während die Staatsanwaltschaft am Wochenende nicht zu erreichen war, wollte die Telekom nicht zu dem Medienbericht Stellung nehmen. "Das ist ein laufendes Verfahren. Das kommentieren wir nicht", sagte ein Konzernsprecher am Sonntag der dpa. Das Bonner Unternehmen sei weiterhin davon überzeugt, dass alle Bilanzen in Ordnung seien.

Die größte deutsche Aktionärsvertretung DSW bewertete die Aussicht auf eine Anklage der Staatsanwaltschaft positiv. "Damit steigen die Chancen, dass neue Erkenntnisse auf den Tisch kommen", sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz, der dpa am Sonntag in Düsseldorf auf Anfrage. Die DSW hatte vor einem halben Jahr eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bonner Staatsanwaltschaft eingereicht, weil sich die Ermittlungen nach Meinung der DSW ohne erkennbare Fortschritte hinzogen haben.

Beim Frankfurter Landgericht läuft bereits ein Zivilverfahren von enttäuschten Anlegern gegen die Deutsche Telekom. Mehr als 14 000 Schadensersatzklagen wurden wegen des dritten Börsengangs des Konzerns im Juni 2000 eingereicht. Die Aktionäre fühlen sich von den Versprechungen des Vorstands enttäuscht und werfen dem Unternehmen vor, im Börsenprospekt unrichtige Angaben gemacht zu haben. Der addierte Streitwert liegt bei geschätzten 100 Millionen Euro.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte Mitte 2003 nach mehr als dreijährigen Untersuchungen ihre Ermittlungen gegen die Deutsche Telekom teilweise eingestellt. Der Verdacht auf Kapitalanlagebetrug und Falschbilanzierung habe sich in Bezug auf die technischen Anlagen nicht bestätigt. Das gelte auch für Risiken im Mobilfunkbereich. Dagegen wurden die Untersuchungen zum Immobilienvermögen fortgesetzt. Mit einem Abschluss der Ermittlungen wurde schon mehrfach gerechnet.

 
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