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Zukunft der SMS-Fahndung ungewiss26.12.2004
13:06 Bei bislang fünf Einsätzen keinerlei Rückmeldungen
Nach bislang fünf Einsätzen und keinerlei Rückmeldung aus der
teilnehmenden Bevölkerung steht die SMS-Fahndung
vier Monate nach ihrer Einführung vor einer ungewissen Zukunft. Mitte
Januar soll über die Weiterführung des Pilotprojektes entschieden
werden, sagte Projektleiter Sirko Eckert in einem Gespräch mit der
Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Magdeburg. Mit dem Programm können
in der Landeshauptstadt und im Landkreis Schönebeck Kriminelle und
Vermisste auch per Kurzmitteilung aufs Handy (SMS)
gesucht werden.
"Bisher gab es zu wenig Fälle, um eine umfassende Aussage über den Erfolg oder Nicht-Erfolg der SMS-Fahndung zu treffen", sagte Eckert. Vorgeschrieben sei, das Verfahren nur bei schweren Straftaten oder bei der Suche nach vermissten Menschen zu aktivieren. "Einmal suchten wir nach zwei Kindern, ein weiteres Mal nach einem älteren Herren und ein anderes Mal nach einem jungen Mann, der suizidgefährdet war", sagte Eckert. Weiterhin gab es die SMS-Fahndung nach einem Raub sowie nach einem Überfall auf einen Einkaufsmarkt. "In allen fünf Fällen kam keinerlei Rückmeldung von den bisher rund 350 Teilnehmern", sagte Eckert. Die Gründe dafür sieht er in der immer noch zu geringen Teilnehmerzahl und im relativ geringen Bekanntheitsgrad der neuen Fahndungsart. "Vielen Bürgern ist es vielleicht auch unheimlich, eine SMS ausgerechnet von der Polizei aufs Handy zu bekommen." Bei der SMS-Fahndung werden beispielsweise nach einem bewaffneten Überfall oder nach dem Verschwinden eines Kindes SMS an die registrierten Teilnehmer verschickt. Dazu gehören Berufsgruppen, die viel herum kommen oder regen Zulauf haben wie Taxi- und Busfahrer, Fahrschullehrer, Straßendienste oder Tankstellenbetreiber. Sie sollen Augen und Ohren offen halten und Hinweise an die Polizei melden. Da eine Überflutung mit Kurzmitteilungen befürchtet wurde, sollen diese Rückmeldungen allerdings nicht per SMS, sondern per Telefon erfolgen. Deutschlandweit war die Polizeidirektion Magdeburg die zwölfte Stelle, die die SMS-Fahndung einführte. "Zehn Stellen haben die SMS-Fahndung aber bereits wieder abgeschafft", sagte Eckert. In Bochum werde im Februar entschieden, wie es weiter geht. "Nach Magdeburg hat noch Lüneburg die SMS-Fahndung eingeführt." Die Gesamtbilanz falle indes sehr dünn aus. "Mir ist nur ein Fall bekannt, wo eine SMS-Fahndung zum Erfolg geführt hat", sagte Eckert. Interessierte Bürger können sich jederzeit im Internet unter www.polizei-magdeburg.de oder www.sms-fahndung.de einschreiben. "Wir freuen uns über jeden zusätzlichen Helfer", sagte Eckert. dpa / Thomas Michel
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