Gesundheit

EU verbietet Nickel-Cadmium-Akkus

Giftiger Inhaltsstoff wird in der Natur nicht abgebaut
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Die Europäische Union wird Handyakkus, die das gesundheitsschädliche Schwermetall Cadmium enthalten, verbieten. Sobald die Richtlinie umgesetzt ist, sollen die Nickel-Cadmium-Akkutypen (NiCad) nach zweijährigem Übergangszeitraum aus dem Verkehr gezogen worden sein. Darauf haben sich die EU-Umweltminister nach Verhandlungen in Brüssel geeinigt, berichtet der Österreichische Rundfunk auf seiner Website. Der schwermetallhaltige Inhalt der NiCad-Akkus ist noch umweltschädlicher als der der Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH-) und kann in der Umwelt nicht auf natürlichem Weg abgebaut werden.

Eine Schonfrist werde allerdings noch dem Bereich der Haushalts- und Heimwerkergeräte bewilligt, in dem es noch keinen Ersatz gibt: Demnach dürfen die cadmiumhaltigen Akkumulatoren weiterhin in Geräten wie Staubsaugern oder Akkuschraubern verwendet werden. Diese Ausnahmeregelung kommt aber vier Jahre nach Inkrafttreten erneut auf den Prüfstand.

Für NiCad-Akkus spricht das gute Preis-Leistungs-Verhältnis

Die NiCad-Akkus sind von allen gebräuchlichen Handyakku-Arten am günstigsten, weisen dafür aber auch eine Reihe von Nachteilen auf. Sie haben die geringste Energiedichte und müssen daher größer als andere Akkumulatoren sein, um die gleiche Leistung bringen zu können. NiCad-Akkus sind außerdem am anfälligsten für den so genannten Memory-Effekt (wenn sie mit Hilfe der Sintertechnologie hergestellt wurden): Dabei geht Kapazität verloren, wenn der Akku nicht jedes Mal vor dem Aufladen vollständig entladen wird. Was für die NiCad-Akkus spricht, sind die gute Verfügbarkeit sowie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mehr als die Hälfte aller schnurlosen Geräte werden noch über NiCad-Batterien mit Strom versorgt. Als Ersatz können in bestimmten Fällen die teureren NiMH-Akkus verwendet werden. In neueren Mobiltelefonen kommen außerdem Lithium-Ionen- (Li-Ion) und Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po) zum Einsatz. Die Funktionsweise dieser Energiequellen ähnelt der der NiCad-Akkus: Durch den Austausch der Elektronen zwischen den Elektroden wird Energie erzeugt. Allerdings besteht das Elektrolyt hier aus Lithium-Salz, beim NiCad-Akkumulator aus Kalilauge. Zwar sind diese Akkusysteme momentan noch recht teuer, doch wird sich das sicherlich bald ändern.

Der große Vorteil der Li-Ion und Li-Po-Akkus: Ihre Inhaltsstoffe sind nicht toxisch, und ein Memory-Effekt ist praktisch nicht vorhanden. Das Nachladen des Energiespeichers kann also unabhängig vom Kapazitätszustand erfolgen. Doch auch diese Typen haben ihre Grenzen: Bedingt durch Oxidationsprozesse und Korrosion halten sie in der Regel nicht länger als drei Jahre durch. Außerdem überstehen die Li-Ion-Akkus bei sachgerechtem Umgang 500 bis 1 000 Ladezyklen schadlos, die Li-Po-Akkus sogar nur 300 bis 500. Vor allem Hitze zersetzt nach und nach die Elektroden des Energiespenders.