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Dicke VoIP-Vermittlungsstelle

Zentraler deutscher VoIP-Knoten mit 30.000 Endkunden gestartet
Von Michael Plura
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Das zentrale Vermittlungssystem für Internettelefonie in Deutschland ist im Frankfurter Datenzentrum der Interxion Telecom GmbH, in dem der Verband der deutschen Internetwirtschaft den zentralen Internet-Austauschknoten DE-CIX unterhält, erfolgreich in Betrieb gegangen. Die neue toplink-Plattform fungiert als Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Telefonnetz einerseits und VoIP andererseits. Es ist laut Anbieter die erste deutsche Reseller-Plattform für VoIP. Wie die toplink GmbH als Betreiber mitteilt, haben derzeit bereits zwölf Internetgesellschaften Anschlussverträge für den VoIP-Knoten unterzeichnet. Sechs Internet-Firmen haben schon ihre Netze technisch an das toplink-Vermittlungssystem angeschlossen. Bis Jahresende erwartet toplink rund 20 VoIP-Reseller am deutschen Zentralknoten für Internettelefonie.

Die zwölf heute schon angeschlossenen Internetgesellschaften bringen einen Kundenstamm von rund 30.000 Verbrauchern bzw. Geschäftskunden an die VoIP-Telefonzentrale. Das Verkehrsaufkommen liegt derzeit bei ca. 300.000 Gesprächsminuten im Monat. 95 Prozent davon entfallen auf ausgehende Gespräche aus dem Internet ins öffentliche Telefonnetz, 5 Prozent auf die umgekehrte Richtung. Bei 65 Prozent der Anrufe ins öffentliche Netz handelt es sich um Ferngespräche ins Ausland. "Viele Kunden stellen im ersten Schritt ihren Auslandsverkehr auf VoIP um, weil hierbei die Einsparpotenziale besonders hoch sind", weiß toplink-Geschäftsführer Gerhard Wenderoth aus Kundengesprächen. Den niedrigen Anteil eingehender VoIP-Anrufe führt der toplink-Chef auch darauf zurück, dass der ADSL- Internetzugang bei 95 Prozent der Privatkunden mit einem Festnetztelefonanschluss gekoppelt ist und dadurch die Kunden für ihren VoIP Anschluss eine zusätzliche Telefonnummer erhalten. Ohne Entbündelung der DSL-Leistung vom Telefonanschluss können die Kunden ihre alte Telefonnummer nicht auf den Internetanschluss übernehmen.

Die toplink GmbH hat die neue Zentrale nach eigenen Angaben so ausgelegt, dass sie künftig den gesamten deutschen Internettelefonverkehr abwickeln kann. In der jetzigen ersten Ausbaustufe wurde eine Kapazität für 180.000 Telefonteilnehmer geschaffen. Interxion wurde als Standort gewählt, da bereits mehr als 90 Prozent des deutschen Internetverkehrs durch den Interxion-Knoten fließt und alle wichtigen Peeringpartner, darunter 65 Netzbetreiber und 80 Internet Service Provider, im Zentrum vor Ort sind. Für den Interconnect mit der toplink-Zentrale sind Telefongesellschaften, Netzbetreiber, Internet Service Provider (ISP), Konzerne und Organisationen zugelassen, die in das VoIP- Geschäft einsteigen wollen, ohne eine eigene Plattform zu betreiben. Für ihr VoIP-Angebot schließen sie einfach ihr Netz an das toplink- Vermittlungssystem im Interxion-Datenzentrum mit dem DE-CIX-Knoten in Frankfurt am Main an.