Pauschaltarif

nufone: VoIP-Flatrate für 19,95 Euro

sipgate-Betreiber indigo networks führt VoIP-Flatrate ein
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Nachdem vor wenigen Tagen bereits der amerikanische Anbieter easyphone24 eine VoIP-Flatrate auf dem deutschen Markt einführte, startet nun auch ein deutsches Unternehmen mit einem solchen Angebot. Unter der Marke nufone hat der Düsseldorfer VoIP-Provider indigo networks GmbH einen zeitunabhängigen Telefontarif für Privatkunden eingeführt. Kunden können damit für einen monatlichen Pauschalbetrag von 19,95 Euro ungegrenzt ins deutsche Festnetz telefonieren. Für die Einrichtung des Angebots fallen normalerweise zusätzlich einmalig 149,95 Euro an. Wer jedoch seinen nufone-Anschluss vor dem 15. November bestellt, zahlt 50 Euro weniger für die Einrichtung. Laut indigo-networks-Geschäftsführer Tim Mois wird der Aktionspreis aber aller Wahrscheinlichkeit nach dauerhaften Bestand haben.

Für Verbindungen in die deutschen Mobilfunknetze zahlen die nufone-Kunden 19,9 Cent pro Minute, die Preise für Auslandsgespräche beginnen bei 2,3 Cent pro Minute. So viel kosten beispielsweise Telefonate in das Festnetz der USA und von China. Wer nufone nutzen möchte, muss eine dreimonatige Mindestvertragslaufzeit eingehen, die Kündigungsfrist beträgt 30 Tage zum Monatsende. indigo networks ist auch die Betreibergesellschaft des Internet-Telefonie-Angebots sipgate.

Das nufone-Angebot ist in 14 Städten gestartet

Zum Vergleich: Bei easyphone24 zahlen die Kunden 29,90 Euro pro Monat für die VoIP-Flatrate. Dafür sind hier allerdings auch Telefonate zu Festnetzanschlüssen in Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Irland, Holland, Belgien, Dänemark, Schweiz, Schweden, Finnland, Österreich, Luxemburg, Norwegen, Portugal, Spanien und den USA enthalten. Die Einrichtungskosten bei easyphone24 sind mit 19,90 Euro deutlich niedriger als bei nufone. Verbindungen in die deutschen Mobilfunknetze sowie zu anderen internationalen Zielen rechnet easyphone24 allerdings zu relativ hohen Minutenpreisen ab.

Weiterer wesentlicher Unterschied: easyphone24 bietet seinen Kunden keine deutsche, sondern eine US-amerikanische Telefonnummer, unter der sie dann erreichbar sind. Das bedeutet, dass Anrufer auch eine Verbindung in die USA aufbauen müssen, um den easyphone24-Kunden zu erreichen.

Voraussetzung für die Nutzung von nufone ist ein herkömmlicher Breitband-Internetanschluss, beispielsweise per DSL oder Kabel, sowie ein Wohnsitz in einer der 14 Pilot-Städte. Das sind die Städte, in denen auch sipgate Internet-Telefonie anbietet: Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Nürnberg, Essen, Dresden, Frankfurt, Hannover, Leipzig, Bremen, Dortmund und Stuttgart. Damit können bundesweit rund zehn Millionen Einwohner den nufone-Service nutzen. indigo networks will das Angebot demnächst auch auf andere Städte ausweiten.

Noch ist kein Notruf über den nufone-Anschluss möglich

Wie andere VoIP-Angebote auch funktioniert nufone wie ein herkömmlicher Telefonanschluss, wenn der Kunde einen Analog-Adapter besitzt: Der Kunde kann dann mit einem handelsüblichen Telefon und ohne den Betrieb eines PCs über das Internet telefonieren. Außerdem kann er weiterhin beliebige Telefonanschlüsse weltweit anrufen und ist selbst unter einer deutschen Festnetznummer im Vorwahlbereich seines Ortsnetzes erreichbar. Den Adapter, der die Einwahl ins Internet übernimmt und bei Telefonaten die nötige Bandbreite zur Verfügung stellt, leiht nufone den Kunden kostenlos für die Dauer der Vertragszeit. Auch die Zustellung auf dem Postweg ist kostenfrei für den Kunden.

Darüber hinaus erhalten die Kunden Serviceleistungen wie Online-Anruflisten, Online-Voicemail und einen Online-Einzelverbindungsnachweis. In Kürze soll auch der Betrieb eines Faxgeräts als kostenpflichtige Zusatzleistung in den Dienst integriert werden. Ihre Rechnung erhalten die Kunden per E-Mail, gezahlt werden kann per Kreditkarte oder per Lastschriftverfahren. Weitere Zahlverfahren sollen sich in Vorbereitung befinden.

Nicht anrufen können die Kunden über den nufone-Anschluss 0190- und 0900-Nummern. Eine viel wichtigere Einschränkung ist, dass die Kunden über den Internet-Telefonanschluss keinen Notruf absetzen können. Erst im ersten Quartal 2005 soll es für die Nutzer möglich sein, die 110 oder 112 anzuwählen. Rufnummern aus dem Bereich 0180-3 und 0180-5 sind dagegen für nufone-Kunden zu den üblichen Tarifen erreichbar. Die Erreichbarkeit von 0180-1, 0180-2 und 0180-4 soll bald ebenfalls gewährleistet sein.

nufone flat richtet sich zur Zeit ausschließlich an Privatkunden. Für die gewerblich Nutzung will der Anbieter in Kürze einen gesonderten Tarif anbieten.