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Handy zum Spielen oder Konsole zum Telefonieren?23.08.2004
12:40 Die Computerspielindustrie könnte vom mobile Gaming profitieren
Mit einem neuen Besucherrekord ging am Sonntagabend die Games Convention, kurz GC, zu Ende. 105 000 Besucher kamen in den vergangenen vier Tagen auf das neue Messegelände in Leipzig. "Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir sind mit der GC in eine Marktlücke gestoßen und Aussteller wie Besucher nehmen die Messe begeistert an. Nach dieser GC steht nun endgültig fest: Die GC hat sich etabliert. Sie ist für die Branche ein Muss geworden", sagt Josef Rahmen, Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH.
Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Ausstellern. 93 Prozent der insgesamt 270 Teilnehmer aus 13 Ländern sahen ihre Erwartungen erfüllt oder gar übertroffen und kündigten bereits vor Messeabschluss ihre Teilnahme an der GC 2005 an. Diese Zufriedenheit kommt nicht von ungefähr: Umsätze in der Branche steigen an. Mit Unterhaltungssoftware wurden 2003 in den USA 7 Milliarden US-Dollar und in Deutschland 1,1 Milliarden Euro umgesetzt. Trotzdem liegt der Zeitvertreib mit Computerspielen (30 Prozent) in der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen noch weit hinter dem Fernsehen (57 Prozent). Wie macht man Telefonierer zu Spielern?Nichtsdestotrotz setzt die Mobilfunkbranche auf mobile Spiele - wenn mittlerweile auch eingeräumt wird, dass man sich in der Vergangenheit vielleicht zu viel versprochen habe. Mit der Ausbreitung Java-fähiger Mobiltelefone nimmt die Zahl der potentiellen Spieler zu - denn wenn man das Handy unterwegs schon dabei hat, könnte man auch spielen - sofern die Spiele Spaß machen und nicht zuviel extra kosten. Bei 65 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland sind Handyspiele durchaus ein interessanter Markt, auch wenn die Spiele nur für 3 bis 5 Euro pro Stück verkauft werden können und diese Umsätze auf Spieleentwickler, Vermarkter, Portalbetreiber, Mobilfunkanbieter und den Fiskus verteilt werden müssen. Man kann sich leicht ausrechnen, dass dabei nicht allzuviel übrig bleibt - Konsolen- oder PC-Spiele bringen mit 10 bis 50 Euro pro Spiel wesentlich mehr ein. Und es hat sich auch gezeigt, dass das Interesse an Handy-Spielen rapide abnimmt, wenn die Nutzer aus dem Twen-Alter heraus sind. Es sieht so aus, als ob es bis auf Weiteres beim Spagat zwischen mobiler Spielkonsole mit Telefonfunktion oder Mobiltelefon mit Spielmöglichkeit bliebe. Während sich Nokia mit dem N-Gage für ersteres entschieden hat, sehen die anderen Hersteller die Java-Spiele eher als Add-On für Mobiltelefonierer. Abzuwarten bleibt, ob auch andere Hersteller auf ähnliche Weise in den mobile Gaming-Markt vorstoßen werden. Bei Sony Ericsson etwa wäre im Konzern mit der Playstation von Sony einschlägiges Knowhow vorhanden. Anzeige:
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