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France Télécom führt Satelliten-Mailbox ein

22.08.2004
14:41

Umleitung bei Nichterreichbarkeit ist serienmäßig aktiviert

Ein Satellitentelefon ist auch heute noch ein teures Vergnügen. Viele Nutzer schalten es daher nur in dringenden Fällen ein. Vor einiger Zeit hat die Telekom-Tochter DeTeSat ihre Inmarsat-Aktivitäten an die France Télécom-Tochter Mobile Satellite Communications vergeben, die inzwischen alle gängigen Satelliten-Netze wie Iridium, Globalstar, Thuraya oder das älteste Produkt Inmarsat ihren Kunden anbieten kann.

Nun aber staunte ein teltarif-Leser nicht schlecht, als er von seinem E-Plus-Handy sein ausgeschaltetes Satelliten-Handy unter der Nummer 00870 anwählen wollte. Es meldete sich nur eine Mailbox, auf der nächsten Rechnung wurde ihm aber für eine 42-sekündige Verbindung der Betrag von 8,70 Euro berechnet. Auf Anfrage der teltarif.de-Redaktion teilte die Hotline von France Télécom dem erstaunten Kunden mit, dass die Mailbox für alle Kunden von France Télécom Inmarsat im Juli eingerichtet wurde. Die Umleitung bei Nichterreichbarkeit ist serienmäßig aktiviert und kann nur auf schriftlichen Antrag herausgenommen werden. Allerdings funktioniere der entsprechende Menüpunkt in der Mailbox noch nicht. Inzwischen hat France Télécom alle Kunden angeschrieben und ein Faxformular für diejenigen beigelegt, die die automatische Umleitung nicht wünschen.

So funktioniert die Inmarsat Mailbox

Inmarsat-Kunden können ihre Mailbox vom Inmarsat Telefon unter der Kurzwahl 57 erreichen. Ist ein Festnetz in der Nähe kann die Inmarsat-Mailbox auch unter +33 5 6219 3253 zu terrestrischen Tarifen erreicht werden, bei Ertönen des Begrüßungstextes ist die Teilnehmernummer (beginnend mit der Ziffernfolge 76) gefolgt von der persönlichen PIN-Nummer einzugeben, danach muss die Raute-Taste gedrückt werden.

Wer einem Inmarsat-Kunden eine Nachricht hinterlassen möchte, erreicht dessen Mailbox allerdings auch auf dem Landweg. Wer beispielsweise aus dem Festnetz der Deutschen Telekom mit der Call-by-Call-Vorwahl 01071 nach Frankreich die Rufnummer +33 5 6219 3245 anwählt, kann nach Eingabe der Inmarsat-Mini-M-Teilnehmer-Nummer eine Nachricht für nur einen Cent pro Minute hinterlassen.

Der Inmarsat-Teilnehmer wird per Symbol auf dem Handydisplay über neue Nachrichten informiert. Ist ein Mobilterminal zu alt und unterstützt die Anzeige nicht, kann in der Mailbox ein so genannter Call Back Alarm eingerichtet werden. Dann ruft die Mailbox auf dem Satellitentelefon an, wenn es sich wieder im Netz einbucht, um über neue Nachrichten zu informieren. Die Inmarsat-Mailbox speichert maximal 15 Nachrichten, ab der zehnten erfolgt eine besondere Alarmierung über den Füllungsgrad. Nachrichten die nicht innerhalb von sieben Tagen abgehört werden, werden automatisch gelöscht.

Inmarsat-Mailbox nicht aus allen Netzen vorgeschaltet

Wer aus dem Festnetz der T-Com statt der 01033 über den Call-by-Call-Anbieter Arcor oder BT (Germany) zu Inmarsat wählt, erreicht die Mailbox übrigens nicht, sondern landet direkt im Inmarsat-System Pacific, das den Mailboxdienst von France Télécom noch nicht unterstützt. Das Anhören der englischen Ansage, dass der mobile Teilnehmer nicht erreichbar ist, bleibt dann weiterhin kostenfrei.

Inmarsat sollte also nur in dringenden Fällen angewählt werden. Gut wäre es auch, wenn Telefongesellschaften außerdem ihre Kunden vor dem Vertragsabschluss fragen würden, ob sie solche Dienste überhaupt nutzen wollen, damit dieser später keine böse Überraschung erlebt. Der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone beispielsweise spielt Anrufern im eigenen Netz eine kostenpflichtige Ansage vor, dass der angerufene D2-Kunde jetzt per SMS informiert würde. T-Mobile hingegen bietet den gleichen Dienst kostenfrei für Anrufer und Angerufene an.

Erfreulich ist, dass France Télécom Inmarsat seinen Kunden einen "Wenig-Nutzer-Tarif" anbietet, der keine monatliche Grundgebühr kostet. Eine Rechnung wird nur verschickt, wenn abgehend telefoniert wurde. Die Minute kostet dann 3,08 Euro im 10-Sekunden-Takt.

 
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-12, Erwachsene ab 14 Jahre