Das IT-Sicherheitsunternehmen
Kaspersky Labs warnt
vor dem ersten Backdoor-Programm für Pocket PCs, das anscheinend wirklich
Schaden anrichten kann. Der Trojaner greife Geräte an, die auf dem Betriebssystemen
Windows Mobile und Windows CE basieren. Anfang Juli wurde schon einmal ein Virus
für mobile Geräte
entdeckt. Dabei handelte es sich
allerdings um einen "proof of concept"-Virus für Windows CE, mit dem der Autor
sein Können unter Beweis stellen wollte.
Das etwa fünf Kilobyte große Programm "Backdoor.WinCE.Brador.a" - kurz
"Brador.A" - erlaubt dem
Autor den Zugriff auf infizierte mobile Endgeräte, indem es mehrere Ports des
Pocket PCs öffnet. Dazu erstellt es seine eigene Verknüpfung mit dem Namen
sychost.exe im Autostart-Ordner von Windows und erhält damit beim Starten des PDAs
die Kontrolle über das System. Der Trojaner ermittelt die IP-Adresse des infizierten
Geräts und sendet sie mit dem Hinweis, dass das Programm aktiv und am Netz ist, an
den Viren-Autor. Über die geöffnete Hintertür kann der Autor dann Dateien hoch- und
herunterladen sowie Programme starten.
Der Virus kann sich nicht selbst vermehren, wird aber über als infizierte Anlage
einer E-Mail-Nachricht, über das Internet oder über eine ActiveSync-Verbindung mit
einem PC verbreitet. "'WinCE.Brador.a' ist ein echtes
Schadensprogramm. Hier geht es nicht um Virenautoren, die nur ihr Können beweisen
wollen, sondern um ein Programm mit allen für Backdoor-Programme typischen
destruktiven Funktionen", warnt Eugene Kaspersky, Leiter der Anti-Viren-Forschung
bei Kaspersky Labs.
Symantec rät Besitzern von
infizierten Geräten, die svchost.exe zu löschen und anschließen das Betriebssystem
sowie alle Anwendungen neu zu installieren. Aktuelle Virensignaturen sollen den
Schädling erkennen können.
Die Analytiker von Kaspersky Labs gehen davon aus, dass der Autor von "Brador.A"
aus Russland stammt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Information über
den Virus in russischer Sprache von einer russischen E-Mail-Adresse stammt. Nimmt
die Entwicklung der PDA-Viren den gleichen Verlauf wie die der Computer-Viren, drohe
eine "Virenepidemie für mobile Geräte", fürchten die Sicherheitsexperten. Schon die
Bezeichnung "Brador.A" deutet darauf hin, das mit weiteren Schädlingsversionen
gerechnet wird.