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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Mummert: Deutschland ist ein Spam-Paradies20.07.2004
12:10 Bundesministerien beraten Unternehmen über E-Mail-Sicherheit
Ein Schaden von 300 Millionen Euro jährlich entsteht deutschen Unternehmen
durch Spam-E-Mails. Etwa jede vierte E-Mail, die heute
in den elektronischen Postkästen der Betriebe landet, wurde unaufgefordert
verschickt. Die Unternehmensberater
Mummert Consulting
gehen davon aus, dass bis zum kommenden Jahr sogar zwei von fünf E-Mails vom
Empfänger unerwünscht sein werden. Den Unternehmen geht daurch die Arbeitszeit
der Mitarbeiter verloren, die in der Mailbox ständig wichtige Nachrichten von
Werbemails trennen müssen.
Firmen mit mehr als 500 E-Mail-Accounts erhielten beispielsweise zurzeit durchschnittlich mehr als 400 000 Spam-Mails pro Jahr. Durch den Mehraufwand der Mitarbeiter entsteht laut Mummert Consulting ein finanzieller Schaden von rund 60 000 Euro. Geht eine unerwünschte Mail ein, benötige ein Mitarbeiter rund zehn Sekunden um sie aufzufinden, auszusortieren und anschließend die unterbrochene Arbeit wieder aufzunehmen. Aber nicht nur die so verlorene Arbeitszeit koste Geld: Jede nicht gelöschte E-Mail beanspruche zusätzlichen Speicherplatz und verursache somit zusätzliche Investitionen in Speichermedien, gibt das Hamburger Beratungsunternehmen zu bedenken. In Deutschland müssen Spammer keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchtenIn den Vereinigten Staaten sei das Spam-Problem noch größer als in Deutschland. Ein amerikanischer Internetnutzer erhalte rund dreimal mehr Spam-Mails als ein deutscher. Deshalb hat die Regierung reagiert: In den USA drohen den Versendern von Spam-Mails seit Jahresbeginn Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe von bis zu sechs Millionen US-Dollar. In Deutschland dagegen müssen die Spammer noch immer keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten. Das neue Gesetz der Bundesregierung gegen den unlauteren Wettbewerb verbiete zwar E-Mail-Werbung, wenn der Empfänger zuvor nicht zugestimmt hat, strafrechtliche Konsequenzen sind darin aber nicht vorgesehen, moniert Mummert Consulting. Außerdem: Spam-Versender aus Asien und Amerika, die für einen Großteil des E-Mail-Mülls verantwortlich sind, ließen sich von deutschen Gesetzen kaum beeindrucken. Für die User sind Spam-Filter oft die einzige Rettung. Allerdings wissen laut einer Mummert-Erhebung 53 Prozent der deutschen Internetnutzer nicht, wie ein solcher Filter zu bedienen ist. Initiative: Sicher sein im InternetWie mittelständische Unternehmen ihren E-Mail-Verkehr sicher abwickeln können, zeigen jetzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) anhand einer Broschüre auf. Darin werden Fragen zu den Möglichkeiten der elektronischen Post, den dabei herrschenden Risiken und den wichtigsten Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit geklärt werden. Da unterschiedliche Unternehmen unterschiedliche Bedürfnisse haben, liefern die Bundesministerien die Broschüre in drei Varianten aus: Je nach Größe variieren die in auch für Laien verständlichen Worten Vorschläge, wie Viren, Würmern und Hackerangriffen ausgewichen und die Sicherheit im Internet erhöht werden kann. Nach Angaben der Initiatoren werden die Methoden zur Verbreitung von Werbe- und Viren-E-Mails nicht nur immer ausgereifter, sondern zunehmend stehe auch der Ruf seriöser Unternehmen auf dem Spiel, etwa wenn die E-Mail-Adressen von Unternehmen für den Versand von Spam-Mails missbraucht werden. Davon waren beispielsweise im Juni mit dem Wurm Sober infizierte Rechner betroffen, über deren Adressen Spam-E-Mails mit rechtsradikalem Inhalt an weitere Internetnutzer verschickt wurden. Aus diesem Grund sind in dem Infoblatt auch Themenbereiche über Absenderfälschung und Datenklau zu finden. Darin steht neben Tipps, wie sich die Firmen vor den Tricks der Betrüger schützen können, auch ein Formulierungsvorschlag für E-Mails, mit denen betroffene Unternehmen die Empfänger über den Missbrauch aufklären können. Die Broschüre kann im pdf-Format von der Homepage der Initiative unter www.mittelstand-sicher-im-internet.de heruntergeladen werden. Anzeige:
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