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Es geht los: T-DSL-Reseller stehen in den Startlöchern
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| Nur Arcor hat bisher konkrete Wiederverkaufsprodukte bekannt gegeben |
30.06.2004 17:01 |
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Morgen ist es soweit: Dann stellt die T-Com
ihr Produkt T-DSL auch den Wettbewerbern zur direkten Vermarktung zur
Verfügung. Andere
DSL-Provider können somit DSL-Anschlüsse der
Festnetzsparte der Deutschen Telekom im eigenen Namen und auf eigene Rechnung
anbieten und darauf abgestimmte Angebote auf den Markt bringen. Entsprechende
Resale-Verträge haben bereits 1&1,
Arcor und QSC mit der T-Com
geschlossen.
Nicht jeder T-DSL-Neukunde wird automatisch zum Telekom-Kunden

Bislang konnten die Provider nur auf Provisionsbasis T-DSL-Anschlüsse
vermitteln. Der Kunde erhält dabei zwei Rechnungen - eine von
der Telekom für die monatlichen DSL-Anschluss-Grundkosten, die andere vom
jeweiligen Anbieter für die Nutzung des Anschlusses. Beim neuen Resale erhält
der Kunde nur noch eine Rechnung vom jeweiligen Anbieter für den monatlichen
DSL-Grundpreis und die Surfkosten. Alternative Anbieter wie QSC dagegen
konnten nur DSL durch Legen eigener Leitungen oder auf Basis des so
genannten Line-Sharings offerieren.
Auch wenn es dem Kunden vielleicht egal ist, von wem und wie viele
Rechnungen er erhält, so lange nur der Preis gleich bleibt, so verbirgt sich
hinter dieser Neuerung doch eine für den Kunden wichtige Akzentverschiebung:
Der Breitband-Internetnutzer ist nämlich nicht Kunde der Telekom, wenn
er über einen Reseller einen T-DSL-Anschluss bestellt, sondern Kunde des
jeweiligen Resellers. Das spielt vor allem im Kündigungsfall eine Rolle,
denn wer seinen DSL-Vertrag bei einem Anbieter für beendet erklärt, kündigt
damit auch gleich seinen gesamten T-DSL-Anschluss. Bei einem Wechsel zu einem
Konkurrenten würde somit erneut ein Einrichtungsentgelt für den Anschluss
anfallen.
Zurzeit beträgt das von der Telekom erhobene Einrichtungsentgelt
99,95 Euro, große Preisnachlässe sind bei anderen Anbietern auch in
Zukunft wohl nicht zu erwarten - abgesehen von Aktionen. Zwar kann man damit
rechnen, dass Reseller zunächst aggressiv an den Markt gehen werden, um
möglichst viele Kunden an sich zu binden. Doch große Preissprünge sind bei
den derzeitigen Preisen im Breitbandbereich nicht zu erwarten, außer der
Anbieter holt die Kosten auf anderer Seite wieder rein.
EU-Kommission verpflichtete Telekom zum T-DSL-Anschluss-Verkauf

Nicht jeder T-DSL-Kunde wird also automatisch zum Kunden der Telekom.
Die hatte bislang den Resellern für die Neukunden-Akquirirung eine
Provision gezahlt. Der Bonner Konzern, deren Online-Tochter
T-Online den mit Abstand größten Teil aller T-DSL-Nutzer
ins Internet bringt, profitiert aber weiterhin von jedem neuen
DSL-Kunden: Sie berechnet den Providern einen Abschlag in Höhe von elf bis
15 Prozent auf den Endkundenpreis für die Überlassung der
Breitbandanschlüsse. Allerdings bietet der Bonnern Konzern seine Zugänge
nicht aus freien Stücken der Konkurrenz an: Vielmehr ist sie durch
eine Verordnung der EU-Kommission dazu verpflichtet.
Die Wettbewerber der Telekom versprechen sich durch den T-DSL-Resale
neuen Kundenzustrom. Dabei können sie nun ohne großen Aufwand den Breitbandmarkt
analysieren und bei gegebener Nachfrage die eigene Infrastruktur in bestimmten
Gebieten ausbauen. In gewisser Weise können sie das Resale-Angebot als Testlauf
für den eigenen Netzausbau nutzen - so sieht es beispielsweise der alternative
DSL-Anbieter Arcor.
Arcor hat jetzt auch als erster Anbieter Details zu seinem
T-DSL-Resale-Programm bekannt gegeben. Durch das mit der Telekom geschlossene
Abkommen kann das Unternehmen jetzt nicht nur
in den bisher aus eigener Kraft erschlossenen 200 Städten mit
170 000 DSL-Kunden Breitband-Internetzugänge anbieten, sondern
auch überall dort, wo T-DSL verfügbar ist. Über das eigene Netz erreicht
Arcor bislang rund 38 Prozent der Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen,
die Verfügbarkeit steigt durch den T-DSL-Resale auf rund 90 Prozent. Für
die alternative Telefongesellschaft ergeben sich so neue Möglichkeiten, zu den
großen Drei - T-Online (2,44 Millionen Kunden), 1&1 (750 000) und
AOL (500 000) - aufzuschließen.
nächste Seite: Arcor: Sonderaktion zum Resale-Beginn
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