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Vorsicht bei Dialern auf Internetseiten für Schüler
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| Bis zu 30 Euro berechnen Anbieter bei ahnungslosen Schülern |
16.06.2004 12:41 |
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Für viele Schülerinnen und Schüler ist
das Internet zum ständigen Begleiter geworden - auch wenn es um das
Lernen und die Vorbereitung von Klausuren in der Schule geht. Doch
angesichts der unüberschaubaren Menge an Inhalten gleicht die Suche
nach Informationen zu bestimmten Themen jener nach der Stecknadel im
Heuhaufen. Zudem wird die Gefahr, Anbietern aufzusitzen, die für die
Nutzung ihrer Angebote horrende Beträge verlangen, immer größer. Wer
das Internet für die Schule nutzen will, muss daher in doppelter
Hinsicht auf Draht sein - und hin und wieder auch ein vermeintlich
altmodisches Lehrbuch in die Hand nehmen.
Hausaufgaben-Innternetseiten mit Kostenfallen

Doch das ist nicht das einzige Risiko von Schülern, die das Netz
als Hilfe für die Schularbeit nutzen: Wenn sie auf zweifelhafte
Homepages geraten, ist schnell eine Menge Geld verloren. "Unseriöse
Anbieter entdecken immer neue Methoden, mit denen sie die Nutzer
abzocken können", weiß Dagmar Kerschbaumer von der Kampagne
"SaferInternet" der Gesellschaft für Medienpädagogik und
Kommunikationskultur
(GMK) in Bielefeld.
"Ehe die Schüler Zugang zu den Webinhalten haben, müssen sie
sich das Einverständnis für das Herunterladen und Einrichten von
Anwählprogrammen, so genannten Dialern,
holen. Das Okay ist schnell
geklickt, und schon klingelt bei den Anbietern die Kasse", weiß Kerschbaumer,
Denn nach
der Installation eines Dialer-Programmes kostet das weitere Surfen
pro Minute häufig bis zu 1,86 Euro.
Manche Anbieter verlangen für die Nutzung ihrer Seiten auch hohe
Pauschalbeiträge. Zwar müssen sie über diese Auskunft geben, doch die
Preisinformationen sind oft sehr gut versteckt. Die Abzocker wissen,
dass sich viele über diese Kostenfalle nicht
bewusst sind. "Die Ahnungslosigkeit wird schamlos ausgenutzt", sagt
Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt
(VZSA) in Halle.
Selbst wer eine bestimmte Hausaufgaben- oder Referate-Homepage
seit längerem nutzt und nie eine teure Überraschung erlebt hat, ist
nicht vor einer hohen Rechnung sicher: "Auch Seiten, die vor einiger
Zeit noch gratis nutzbar waren, kosten inzwischen Geld", warnt Dagmar
Kerschbaumer. Daher müsse grundsätzlich ganz genau hingesehen werde:
"Es ist wichtig, vorher das Kleingedruckte zu lesen. Die Preisangaben
stehen oft gut versteckt am Rand oder im Fließtext." So steht gar auf der Seite
Hausaufgaben.de am Ende der Seite, das Angebot sei nicht für Kinder und
Jugendliche unter 18 Jahren geeignet und eine Einwahl koste 29,95 Euro.
Einzelne Wörter nachschlagen fördert den Lernerfolg

Wer unter den gefundenen Informationen mit einzelnen Wörtern nichts
anfangen kann, braucht nicht mit dem Lesen aufzuhören: In solchen
Fällen lohnt es sich, ein Lexikon zur Hand zu nehmen und
nachzuschlagen. Dieses möglicherweise altmodisch erscheinende
Vorgehen verhindert laut Becker zugleich, das im Internet Gelesenes
einfach abgeschrieben wird - der Lerneffekt dabei sei gleich null.
Auch Erwin Seidel, Lehrer aus Dresden, hält das Lernen mit Hilfe
des Internets nur für sinnvoll, wenn zusätzlich weiterhin Schulbücher
und Lexika genutzt werden: "Wer seine Recherche-Ergebnisse aus dem
Netz mit denen aus Nachschlagewerken vergleicht und alles in eigenen
Worten zusammenfasst, hat in einem Referat die besten Chancen auf
eine gute Note." Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im Netz
gefundene Arbeiten anderer Schüler genutzt werden. Diese enthalten
nach Seidels Worten nicht selten Fehler. "So passiert es oft, dass
falsche Informationen übernommen werden."
Weitere Meldungen zum Schmidtlein-Anwalt Olaf Tank
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