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Was DVB-T-Receiver können

Konkurrenz für Satellitenschüssel und Kabelanschluss
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Satellitenschüssel und Kabelanschluss bekommen Konkurrenz: DVB-T-Fernsehen soll das herkömmliche TV via Antenne ersetzen. In Berlin und Brandenburg ist DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) bereits seit 2003 zu sehen. In diesem Jahr folgen regelmäßig weitere Städte und Regionen. Um DVB-T genießen zu können, ist ein spezieller Empfänger - auf Neudeutsch Receiver - notwendig. Dieser kleine Kasten, auch Set Top Box genannt, wird zwischen Antenne und Fernseher geschaltet. Er wandelt die digitalen Signale in analoge Daten für das TV-Gerät um.

DVB-T-Receiver für frei empfangbare digitale TV- und Radioprogramme bieten verschiedene Hersteller an. Kathrein in Rosenheim zum Beispiel hat den UFD 570/S im Programm: Das Gerät von der Größe einer Zigarrenschachtel bietet wie viele Modelle von Mitbewerbern auch einen Elektronischen Programmführer (EPG), mit dessen Hilfe sich die Timerprogrammierung bewerkstelligen lässt.

Einsteigergeräte sind nicht teuer

Mit den vorhandenen 1 000 Programmspeicherplätzen dürfte der Verbraucher angesichts der zunächst rund zwei Dutzend gebotenen DVB-T-Fernsehsendern auskommen. Die Betriebssoftware lässt sich nach Angaben des Herstellers über die Antenne sowie über die serielle Schnittstelle des Geräts updaten. Der UFD 570/S kostet 167 Euro. Kathrein plant nach Angaben eines Unternehmenssprechers die Einführung eines weiteren Gerätes im Niedrigpreisbereich.

Ebenfalls im Receiver-Geschäft ist Nokia, den meisten Verbrauchern vor allem als Handy-Hersteller ein Begriff. Das finnische Unternehmen mit Deutschlandsitz in Düsseldorf bietet eine ganze Palette von DVB-T-Empfängern an. Das Einstiegsmodell ist der Mediamaster 110 T für 129 Euro. Er kann sowohl über den Scart- als auch über den Antennenanschluss mit dem Fernseher verbunden werden. Nokia hat vier weitere Modelle im Programm. Am oberen Ende der Preisskala befindet sich der Mediamaster 260 T für 499 Euro mit einer 80 Gigabyte großen Festplatte, auf der sich Sendungen aufzeichnen lassen.

Große Unterschiede bei der Bedienbarkeit

Volker Straßburg von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift "Video" rät Verbrauchern, mehrere Receiver im Laden auszuprobieren, bevor die Kaufentscheidung getroffen wird. "Dabei kommt es vor allem auf die Bedienbarkeit an", sagt Straßburg. Bei manchen Geräten sei es schon schwer, überhaupt den Sendersuchlauf zu starten. Andere Modelle führen den Benutzer laut Straßburg fast automatisch durch das Installationsmenü. Bei der Bildqualität seien kaum Unterschiede zu erwarten. "Besonders auf herkömmlichen Röhrenfernsehern wird der Verbraucher keinen Unterschied feststellen können."

Samsung bietet DVB-T-Receiver ebenfalls als Set Top Boxen an. Im Programm des Herstellers mit Deutschlandsitz in Schwalbach am Taunus befindet sich aber auch ein Kombigerät, das neben einem DVD-T-Empfänger einen Videorecorder sowie einen DVD-Spieler umfasst. Das Modell mit dem Namen SV-DVD54T kostet 399 Euro.

Neben diesen Zusatzgeräten gibt es auch Fernseher mit eingebautem DVB-T-Empfänger. Dazu gehört zum Beispiel Panasonics TX-32DTX30C: Der 100-Hertz-Fernseher mit 76 Zentimeter sichtbarer Bildschirmdiagonale ist ebenfalls mit einem Elektronischen Programmführer (EPG) ausgerüstet. Unter anderem sorgen drei Scartbuchsen dafür, dass es dem 16:9-Modell an Anschlüssen nicht fehlt. Neben dem DVB-T-Tuner besitzt der Fernseher einen herkömmlichen analogen Receiver. So viel Ausstattung hat ihren Preis - rund 1 500 Euro kostet das Gerät.

Nachrüstung für den Fernseher

Loewe verkauft für seine Fernsehgeräte einen Nachrüstsatz. Die Platine wird in den Fernseher eingebaut. Das spart Platz, und zusätzliche Kabel sind nicht nötig. Den Einbau müssen allerdings Fachleute übernehmen. "Der Kunde wendet sich am besten an seinen Händler", sagt Pressesprecher Roland Raithel in Kronach (Bayern). Der Aufrüstsatz selbst kostet 399 Euro. Hinzu kommen die Einbaukosten.

Der Preis allein sagt laut Volker Straßburg von "Video" nicht viel über die Qualität eines Receivers aus. Bei der Auswahl sollte sich der Verbraucher deshalb Schwerpunkte setzen: Für Heimkinofans, die zum Beispiel einen Projektor verwenden, könnte neben dem üblichen Scartanschluss auch ein S-Video-Ausgang interessant sein. Wer hingegen einen weiteren Fernseher an den Receiver anschließen möchte, braucht ein Gerät mit so genanntem SAT-ZF-Ausgang. Und ein guter EPG ist laut Straßburg auch nicht in jedem Gerät vorhanden. Um dann in den vollen Genuss digitaler Bilder zu gelangen, müssen Empfänger und Fernseher nur noch aufeinander abgestimmt werden. Straßburg empfiehlt dabei mit den Einstellungen des Fernsehers zu experimentieren.