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Handy-Klingeltöne erfreuen sich wachsender Beliebtheit


Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Anbietern  07.04.2004
11:37


Morgens halb zehn in Deutschland: In der U-Bahn hat das alltägliche Klingeltonkonzert begonnen. Aus dem Handy eines älteren Herrn schrillt Bach oder Beethoven, gegenüber lässt ein Schüler den neuesten Popsong läuten, und beim Nebenmann meldet sich das Mobiltelefon gar mit Hundegebell. Was manche als Qual empfinden, ist für Handyfans Kult - Klingeltöne als persönliches Markenzeichen. Dabei im Trend zu bleiben, kann teuer werden, denn kommerzielle Anbieter verlangen im Internet für einen Klingelton durchschnittlich zwei Euro. Zudem treiben unseriöse Anbieter ihr Unwesen.

Durchschnittlich kostet ein Klingelton zwei Euro

"Unter Handyfans sind individuelle Klingeltöne Kult", sagt Steven Hofman, Sprecher des Klingelton-Anbieters Handy.de in Hamburg. Besonders Jugendliche überböten sich auf dem Schulhof ständig mit neuen Kreationen. Derzeit seien echte Geräusche wie eine Klospülung, Rülpser oder eine Kettensäge als Klingeltöne im Trend. Im Schnitt koste ein Klingelton zwei Euro, passende fänden sich für nahezu jeden Geschmack: Neben aktuellen Popsongs und TV-Melodien wie "Biene Maja" gebe es spezielle Sparten für Liebhaber klassischer Musik, türkische Mitbürger oder Geschäftsleute, die dezente Töne für das Büro suchen. Hinzu kämen je nach Saison Weihnachts- oder Karnevalsmusik sowie Liebeslieder zum Valentinstag.

Video-Klingeltöne: Neuer Hype?

Es gibt verschiedene Formate von Klingeltönen. Während ältere Geräte nur einstimmige Melodien spielten, klingelten heutige Handys meist mehrstimmig mit bis zu 40 Tönen, erklärt Hofman. Zudem könnten neuere Multimedia-Handys auch Musik- und Klangaufnahmen in Audioformaten wie MP3- oder WAV-Dateien als Klingelton abspielen. Im März wurden bei der Computer- und Telekommunikationsmesse CeBIT in Hannover erstmals Video-Klingeltöne vorgestellt, bei denen zusätzlich zur Musik ein Film den Anrufer ankündigt.
     Einstimmige Klingeltöne erhält der Kunde in der Regel per SMS - für das Herunterladen eines mehrstimmigen Tons sei dagegen ein konfigurierter WAP-Zugang nötig, so Hofman. Beim Bezahlen sei die schnellste Methode eine Premium-SMS. Und das funktioniert so: Der Käufer sendet die Bestellnummer des Klingeltons an eine kostenpflichtige SMS-Kurzwahl und zahlt dafür einen festen Betrag. Alternativ können sich Anwender beim Anbieter registrieren und über ein virtuelles Punktekonto einkaufen.

Verbraucherzentrale warnt vor Klingelton-Abzocke

Oft wird aber auch die Bezahlung über eine 0190-Telefonnummer angeboten. Hier muss der Kunde über den kostenpflichtigen Anruf einen Code abfragen, mit dem er den Klingelton im Internet freischalten kann. "Unseriöse Anbieter missbrauchen diese Methode aber", warnt Bernd Ruschinzik von der Verbraucherzentrale in Berlin. Bei zeitabhängigen Tarifen sollten Kunden generell misstrauisch sein, denn dabei sei kaum abzuschätzen, wie viel der Anruf letztendlich kostet.
     Gesetzlich sei eine Kostengrenze von zwei Euro pro Minute vorgeschrieben, so Ruschinzik. Außerdem müssten Anbieter seit Februar dieses Jahres im Festnetz zu Verbindungsbeginn kostenlos den Tarif ansagen. Ab August gelte dies auch für Anrufe vom Handy aus.
     Wer sparen will, kann auch selbst eigene Klingeltöne kreieren, so Kristina Rücken, Sprecherin von Nokia mit Deutschlandsitz in Düsseldorf. Viele Handys haben einen integrierten Klingeltoneditor. Zudem lassen sich mit passender Software am PC eigene Melodien im Midi-Format und als WAV- oder MP3-Dateien erstellen und via Datenkabel oder Funkverbindung auf das Mobiltelefon übertragen.
     Bei Geräten mit eingebautem Mikrofon könnten Verbraucher ganz individuelle Klänge aufnehmen und als Klingelton einsetzen, ergänzt Myriam Hoffmann, Sprecherin von SonyEricsson mit Deutschlandsitz in Köln. Handyfans dürfen sich daher noch auf viele neue Klingeltöne freuen - die Fahrt in der U-Bahn dagegen dürfte dank des technischen Fortschritts nervenaufreibend bleiben.

 
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Betreff Autor Datum
RE: Klingelton-Unsinn Knut Birke 22.05.06 06:15
RE: war doch klar koelli 21.05.06 19:13
RE: war doch klar oeder 21.05.06 16:31
Wo wird denn überhapt ein korrekter ... fernweh 07.04.06 15:02
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre