Entscheidung

EU-Kommission verhängt Rekordbußgeld gegen Microsoft (aktualisiert)

US-Unternehmen will gegen Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof klagen
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Wie erwartet hat die EU-Kommission gegen den US-Softwareriesen Microsoft ein Rekord-Bußgeld von 497,2 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen habe mit seiner dominierenden Marktstellung den Wettbewerb behindert, begründete die Brüsseler Behörde heute ihre Entscheidung. So habe das Unternehmen vorsätzlich die Anbindung von unter Windows laufenden PCs an Server anderer Hersteller eingeschränkt und durch die Bündelung seines Windows Media Players mit seinem Betriebssystem den Absatzmarkt für andere Media-Player-Systeme eingeschränkt.

Dem Unternehmen wurde eine Frist von 120 Tagen gesetzt, um Wettbewerbern die für die Kommunikation mit dem Windows-Betriebssystem notwendigen Software-Informationen (Interfaces) offenzulegen. Da es sich dabei auch um Rechte an geistigem Eigentum handele, habe Microsoft Anspruch auf eine Entschädigung, so die Kommission. Eine Frist von 90 Tagen bekam Microsoft, um eine Version seines Betriebssystems anzubieten, die nicht automatisch mit dem "Windows Media Player" gekoppelt ist. Die Entscheidung der Kommission steht am Ende einer über fünf Jahre dauernden Unterschung. Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Beschwerde von Microsoft-Konkurrent Sun Microsystems im Dezember 1998.

Der US-Softwarekonzern Microsoft wird gegen die Entscheidung der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof klagen. Wie der Chefjustiziar des US-Konzern, Brad Smith, am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte, wird Microsoft dabei verlangen, dass die Entscheidung zur Entkoppelung des Media Players vom Betriebssystem Windows während des Rechtsstreits nicht umgesetzt werden muss.