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Gericht stoppt Telefonbuch-Trickser

08.02.2004
13:03

Immer wieder locken 0190-Anbieter mit offiziell wirkenden Telefonbucheinträgen Telefonierer in die Falle

Die Tricks sind nicht neu, aber immer wieder fallen Auskunftssuchende darauf herein: In fast allen Telefonbüchern sind mittlerweile neben echten Ämtern auch gewerbliche Trittbrettfahrer zu finden. Die Einträge reichen von "Bahnhof Information" über "Kfz-Zulassung" und "Straßenverkehrsamt" bis hin zu originellen Kreationen wie "Amt Gerichte", deren Schöpfer eine angeblich überlastete Justiztelefonzentrale vortäuschte und Anrufer über eine 0190-Nummer umleitete. Diese "rechtswidrigen Namensanmaßung" wurde bereits vom Landgericht Oldenburg gestoppt.

Das Prinzip ist überall gleich: Wer die angegebene Nummer anruft, hört eine Bandansage und wird dabei auf eine hochtarifierte 0190-Nummer verwiesen. Unter der meldet sich dann bestenfalls ein Call-Center des gewerblichen Anbieters, aber nicht die eigentlich gesuchte Behörde. Die betroffenenen Städte und Kommunen begnügten sich in der Vergangenheit oft damit, ihre Bürger vor der unlauteren Konkurrenz zu warnen.

Kürzlich konnten die Warner allerdings einen Erfolg verbuchen: Wie Dialerschutz.de mitteilte, unterlag eine der dubiosen Firmen vor Gericht. Der Dienst, den Verbraucher unter "Strassenverkehrsa. Info Stelle Kfz Zulassung Führerschein z. Stadt GmbH" im Telefonbuch finden konnten, akzeptierte vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts Dortmund (Az. 16 O 43/03). Bei dieser Firma landeten Anrufer nicht - wie ihnen vorgetäuscht wurde - bei einer örtlichen Behörde, sondern wurden an die Bandansage einer teuren 0190-Nummer weitergeleitet.

Das Landgericht hatte diesen Telefoneintrag für wettbewerbswidrig befunden, weil der Anrufer glaube, dass hinter der Ortswahlnummer eine Behörde oder zumindest eine vom Strassenverkehrsamt autorisierte Stelle stehe. In dieser Erwartung werde der Verbraucher getäuscht. Gegen diese Entscheidung der Dortmunder Richter zog die Firma in die nächste Instanz. Nun musste sie den Richterspruch vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm doch akzeptieren. Der Anbieter muss seinen irreführenden Telefonbucheintrag streichen lassen. Geklagt hatte laut OLG Hamm der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb.

 
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Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
Einen Trick hat teltarif übersehen ibero2012 09.02.04 13:35
RE: Amts Gerichte zacha81 08.02.04 21:08
RE: Amts Gerichte MartyK 08.02.04 15:25
RE: Amts Gerichte - Das * als Falle DeeEssEll 07.02.03 13:55
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-12, Erwachsene ab 14 Jahre