Obacht geboten

freenetPHONE: Kostenfalle für ehemalige mobilcom-Kunden

Wer sich für alten mobilcom-Plus-Tarif angemeldet hat, telefoniert derzeit zu teureren Konditionen
Von
AAA

Die Übernahme der mobilcom-Festnetzsparte durch die freenet.de AG kann für einige Kunden, die den neuen Anbieter freenetPHONE über die Netzkennzahl 01019 nutzen, zu einer Kostenfalle werden. Betroffen sind all diejenigen Kunden, die sich im Jahre 1999 für den damals noch von mobilcom angebotenen Tarif "Call by Call Plus" angemeldet hatten.

Der Hintergrund

Telefonate über den Plus-Tarif kosteten 1999 je nach Zeitfenster zwischen 4 und 16 Pfennig pro Minute, was heutzutage Minutenpreisen zwischen 2 und 8 Cent entspricht. Nachdem der Tarif zunächst nur für Kunden galt, die sich für diesen Tarif angemeldet hatten, wurde die Anmeldepflicht später aufgehoben. Nachdem freenet die Festnetzsparte von mobilcom übernommen hatte, wurde unter dem neuen Label freenetPHONE eine Tarifoffensive gestartet, die rund um die Uhr günstige Minutenpreise für Festnetztelefonate versprach. Die Kostenfalle schnappte nun für all diejenigen Kunden zu, die sich damals für den Plus-Tarif angemeldet hatten. Sie telefonieren nicht etwa zu den günstigen Minutenpreisen, die im offenen Call by Call bei freenetPHONE gelten, sondern zu den Minutenpreisen, die im Plus-Tarif von mobilcom Gültigkeit besaßen. Statt maximal 1,89 Cent, was dem aktuell teuersten Minutenpreis bei freenetPHONE entspricht, werden demnach bis zu 8 Cent pro Minute fällig.

freenet räumt Umstand ein

Auf Anfrage von teltarif.de räumte Elke Rüther, Pressesprecherin von freenet.de, diesen Umstand ein. Von dem Problem seien "wenige Tausend" Kunden betroffen, erklärte sie. Derzeit werde das komplette Billingsystem umgestellt, sodass in wenigen Monaten auch dieser Tarif automatisch auf die neuen bei freenetPHONE gültigen Minutenpreise umgestellt wird. Kunden, die noch den alten Plus-Tarif von mobilcom nutzen, können eine Kündigung an freenet senden, um über die neuen freenetPHONE-Konditionen telefonieren zu können. Wie Frau Rüther weiter ausführte, können betroffene Kunden im Übrigen nicht mit einer Gutschrift rechnen.