
3-Kanal-EKG-Handy: Vitaphone 2300
Mit dem Vitaphone 2300 stellt die Mannheimer Firma
Vitaphone zur MEDICA 2003 eine
Weltneuheit vor: Erstmals ist es möglich ein 3-Kanal-EKG mittels
Mobiltelefon
aufzuzeichnen, zu speichern und digital zu senden. Und das alles ohne Kabel und
Klebeelektroden. Das EKG wird über Elektroden auf der Rückseite des Mobiltelefons
abgeleitet. Zu diesem Zweck wird es einfach auf die nackte Brust des Patienten
gelegt. Bereits vor zwei Jahren hatte Vitaphone ein EKG-Handy der Öffentlichkeit
präsentiert, welches jedoch nur ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen
konnte und auch keine grafische Darstellung auf dem Display ermöglichte.
Die EKG-Aufzeichnung wird per Knopfdruck gestartet und erfolgt dann vollautomatisch.
Das gilt auch für den Versand des EKGs an das mit Ärzten rund um die Uhr besetzte
medizinische Service Center von Vitaphone. Dort wird das mobile EKG ausgewertet und
an die behandelnden Ärzte weitergeleitet. Im Notfall alarmiert das medizinische
Service Center den Rettungsdienst. Zudem kann mit dem ins Vitaphone 2300 integrierten
Global Positioning System (GPS) über Satellit im Notfall der Standort des Patienten
bestimmt werden.
Wie effektiv dieses System funktioniere, zeigt laut Vitaphone die Auswertung von
rund 1 000 Anrufen im medizinischen Service Center: Vier Herzinfarkte und
drei Fälle von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wurden diagnostiziert, der
Notarztwagen alarmiert und alle Patienten erreichten innerhalb von maximal 90 Minuten
nach Beginn der Beschwerden die Klinik. Zwischen dem Auftreten erster Beschwerden
und der Aktivierung der Rettungskette durch das medizinische Service Center vergingen
im Durchschnitt nur 44 Minuten. Dank der um rund zwei Drittel verkürzten
Patienten-Entscheidungszeit ein unter Umständen lebensrettender Zeitvorsprung.
Die EKG-Kurve kann auf dem hoch auflösenden Display des Vitaphone 2300 dargestellt
werden. Pathologische Auffälligkeiten sollen deshalb unmittelbar zu erkennen sein.
Damit sei das Mobiltelefon der ideale Begleiter für Hausbesuche und den Notfalldienst.
Das Vitaphone 2300 verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle
und laut Vitaphone auch über alle zeitgemäßen Komfortmerkmale, die der Anwender heute
von einem modernen Handy erwarte.
Nach Angaben von Vitaphone erleiden rund 350 000 Bundesbürger pro Jahr
einen Herzinfarkt. Jeder zweite stirbt daran bevor er das Krankenhaus erreicht hat.
Patienten mit einem bereits erlittenen Infarkt haben ein hohes Risiko erneut einen
Herzinfarkt zu bekommen. Einer von drei Patienten stirbt innerhalb eines Jahres nach
einem überlebten ersten Herzinfarkt. Mit dem Vitaphone 2300 steht für Ärzte und
Patienten ein Gerät zur Verfügung, das unter Umständen lebensrettend sein
kann.
Experten schätzen, dass durch den konsequenten Einsatz telemedizinischer Dienste
zwischen 10 und 30 Prozent der Versorgungskosten bei chronisch Kranken bei
gleichzeitiger Verbesserung von Diagnostik, Therapie- und Betreuungsqualität pro Jahr
eingespart werden können. Zudem eröffnet die Telemedizin den Betroffenen neue
Perspektiven im Hinblick auf Mobilität, Sicherheit, Lebens- und
Versorgungsqualität.
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