Strafmaßnahmen

NTT DoCoMo verschärft Vorgehen gegen i-mode-Spam

Hartnäckigen Spammern droht Dienste-Sperrung. Voraussetzungen hierfür unscharf.
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Lange schon sind Spams kein Phänomen mehr, das sich alleine auf E-Mail-Postfächer beschränkt. Auch Handynutzer und Kunden von mobilen Internetdiensten müssen zunehmend Werbemüll ertragen. NTT DoCoMo, der nach eigenen Angaben weltgrößte Mobilfunkdienstleister und Betreiber des i-mode-Services, hat nun sein Vorgehen gegen Spammer verschärft. Auf den ersten Blick lesen sich die neuen Regeln auch recht verbraucherfreundlich, dennoch scheint einiges Ermessenssache zu bleiben. Allzu konkrete Vorgaben fehlen.

Anlass für die nun publik gemachten Maßnahmen waren zunehmende Klagen von Nutzern, die ihrem Ärger über unverlangt auf das Display geschickte Nachrichten bei NTT DoCoMo Luft machten. Der japanische Telekommunikationsanbieter droht hartnäckigen Spammern jetzt damit, deren gesamte NTT DoCoMo-Handys zu sperren, sollten wiederholt Klagen seitens belästigter Kunden bekannt werden.

Verletzung von Bewährungsauflagen führt zu vollständiger Sperrung

Zunächst droht Spammern, über die sich belästigte i-mode-Nutzer das erste Mal beschweren, die zeitweilige Sperrung ihrer i-mode-Zugänge. Sollte der Spammer nach der erneuten Freischaltung - quasi während seiner Bewährungszeit - wieder durch die Versendung von Werbemüll auffallen, sollen alle mobilen NTT DoCoMo-Dienste, die auf den Namen des Spammers registriert sind, vollständig gesperrt werden. Die Sperrung beschränkt sich dann nicht mehr nur auf die i-mode-Zugänge.

Das japanische Telekommunikationshaus gibt an, mit den Maßnahmen auf eine neue Entwicklung an der Spam-Front reagieren zu wollen. In der Vergangenheit wurden Spams vor allem von PCs über das Internet an die i-mode-Handys versandt.

Mit verschiedenen Mitteln ist es NTT DoCoMo nach eigenen Angaben gelungen, die Anzahl dieser Spams "substantiell" zu reduzieren. Dazu wurden unter anderem jene E-Mails blockiert, die durch eine größere Zahl ungültiger E-Mail-Adressen auf dem i-mode-Server auffielen. Ebenso wurden die Gerichte zwecks Abschreckung künftiger Spammer bemüht. Auch die Kunden wurden durch den Diensteanbieter zu Selbstschutzmaßnahmen aufgefordert, etwa zum Anlegen von Filterlisten, die nur bekannte Absender zum Empfang zulassen.

Wie nicht anders zu erwarten war, haben die Spam-Versender schnell reagiert. In jüngster Zeit wurde der Werbemüll zusehends nicht mehr mit dem PC via Internet, sondern direkt über andere i-mode-Handys verschickt. Da diese Form des Versandes nicht geblockt werden kann, nahm die Masse an unerwünschten Mails für die i-mode-Nutzer wieder belästigende Ausmaße an. Die Anzahl der Beschwerden schnellte wiederum in die Höhe, woraufhin sich NTT DoCOMo zu den oben genannten Schritten veranlasst sah.

Bleiben verschärfte Regeln Auslegungssache?

Was auf den ersten Blick als recht weitreichendes Maßnahmenpaket gegen Spammer erscheint, - immerhin droht das Unternehmen Teilen seiner eigenen Handy-Kundschaft mit Sperrung - wirft bei genauerem Hinsehen doch Fragen auf.

So macht das Unternehmen zu der Dauer der zeitweiligen Sperrung nach dem ersten Vergehen keine weitere Angaben. Zudem bleibt unklar, wieviele Kundenbeschwerden nötig sind, damit NTT DoCoMo die zeitweise oder vollständige Sperrung durchführt. In der zu dem Maßnahmenpaket publizierten Presseerklärung verliert sich der japanische Konzern im Ungefähren. Vor einer abschließenden Beurteilung bleibt daher sicherlich erstmal abzuwarten, wieviele Sperrungen in welchem Zeitraum die neuen Regeln tatsächlich nach sich ziehen - und wie stark das Spam-Aufkommen tatsächlich reduziert wird.

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