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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
Editorial: UMTS in Österreich mit 315.06.2003
14:20 3 ist anders - aber wo sind die Kunden?
Hutchison 3G Austria bietet seit
5. Mai mobile Telefon- und Datendienste über ein eigenes
UMTS-Netz in Österreich an. Vorerst ist UMTS nur in drei
Regionen, nämlich im Großraum Wien, St. Pölten und in Linz und Graz, verfügbar.
In den anderen Landesteilen können dank eines nationalen GSM-Roamingvertrages mit
Mobilkom Austria (A1) immerhin mobile
Telefonate geführt werden, schnelle Datenanwendungen oder Videotelefonie bleiben jedoch
auf das 3-UMTS-Netz beschränkt.
Das Angebot
Das Gerät wird in Österreich derzeit für 576 Euro verkauft, wenn man gleichzeitig einen Vertrag bei 3 abschließt, durch den nochmals mindestens 39 Euro monatliche Kosten entstehen. Entschließt man sich gleich zum Kauf von zwei Endgeräten, um beispielsweise mit Freund oder Freundin Videotelefonate führen zu können, so gewährt 3 einen Nachlass von etwa 130 Euro pro Handy. Trotz des hohen Preises ist das NEC e606 mit einem SIM-Lock ausgestattet, funktioniert also nur mit einer SIM-Karte von Hutchison 3G. Ob und zu welchen Kosten man den SIM-Lock später entfernen lassen kann, ist laut 3 noch nicht entschieden. 3 verkauft das e606 mit zwei Bausteinen, dem 3VideoPaket und dem 3BasicPaket, die zusammen mindestens 39 Euro pro Monat kosten. Damit kann man dann 133 Minuten national und 33 international telefonieren, 33 SMS versenden sowie 66 Minuten Videotelefonate mit anderen 3-Kunden und 33 Video-Nachrichten (ebenso 3-zu-3) versenden. Ebenso ist der Versand von 99 E-Mails sowie 33 Downloads und 99 Infodienst-Abrufe inklusive. Der Vertrag mit 3 hat keine Mindestlaufzeit und kann mit einer Frist von 8 Wochen zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden. 3 ist anders - doch wo sind die Kunden?
Medienberichte sprechen von nur wenigen hundert zahlenden Kunden, die 3 seit Anfang Mai für seine Services gewinnen konnte. Während in den anderen Handyshops die Kunden schon einmal bis zu einer Stunde Schlange stehen, um dann eines der augenscheinlich begehrten GSM-Endgeräte zu bekommen, fehlt es bei 3 an einem: Den Kunden. Dabei relativiert sich dann auch das angeblich so billige Inklusivpaket wieder, den mit wem soll ich 66 Minuten Videotelefonie führen bzw. an wen 33 Videonachrichten versenden? Für ca. drei Stunden herkömmliche Sprachtelefonie und einige SMS sind 39 Euro pro Monat doch reichlich teuer. Ebenso wirkt das Produkt UMTS bei 3 noch unausgereift. Ähnlich wie seinerzeit bei Quam in Deutschland startete 3 mit einer breit angelegten Imagekampagne. Passend zum weltweiten Markennamen 3 ließ man es sich nicht nehmen und trommelte bereits zwei Monate vor dem Marktstart ab dem 03.03.03, 3 Uhr, für die "feurige Ziffer". Das Marketing läuft derzeit dem eigentlichen Produkt zu weit voraus, so dass 3 nun mit teuren Preisen, einem einzigen Handy und weiteren Kinderkrankheiten in den Verkauf gehen muss. Preissenkungen und weitere Verbesserungen in SichtÖsterreichischen Medienberichten zufolge will 3 ab kommenden Dienstag reagieren und die eigenen Produkte durch sinkende Preise attraktiver machen. Ebenso steht mit dem NEC e808 bereits ein weiteres Gerät in den Startlöchern, das zusätzlich über eine vollständige Tastatur und einen E-Mail-Client verfügt. Das Gerät wird bei der britischen Dependance von 3 bereits verkauft. Neben niedrigeren Preisen und neuen Endgeräten sollte man in der Wiener Firmenzentrale der österreichischen UMTS-Mobilfunktochter des Hutchison Whampoa-Konzerns aus Hongkong unbedingt den bestehenden Roamingvertrag mit Mobilkom Austria nachbessern und diesen auf GPRS-Roaming erweitern. Somit könnten die Kunden dann die Daten- und Messagingdienste auch außerhalb des noch sehr kleinen UMTS-Netzes nutzen. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl Netzbetreiber als auch Endgerätehersteller hier ihre letzten Testzyklen bis zum marktreifen Produkt nicht auch weiterhin mit den ersten Kunden durchleben werden. Diesbezüglich wird die zurückhaltende Markteinführung aller großen deutscher Netzbetreiber nur umso verständlicher, die zuletzt den eigenen UMTS-Start nochmals um einige Monate verschoben haben. Anzeige:
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