Zwangsumstellung

T-Mobile will Xtra-Kunden auf neue Tarife umstellen

Günstige Zeittaktung geht verloren
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Das schlechte Beispiel von E-Plus macht offenbar Schule. Der Netzbetreiber hatte zum 1. Mai alle Kunden der Prepaid-Karte "Free & Easy" in neue Tarife umgestellt, die vorallem durch den geänderten Abrechnungstakt - 60/1-Takt statt 10-Sekundentakt - eher eine Verschlechterung bedeuteten.

Diesem Beispiel folgend will auch der Marktführer der deutschen Mobilfunkern, T-Mobile, in den nächsten Wochen alle Xtra-Kunden, die noch in den alten "DM-Tarifen" telefonieren, auf neue Tarife umstellen. Auch hier werden die Konditionen für Bestandskunden überwiegend schlechter, denn wie bei E-Plus ändert sich der Abrechnungstakt von bisher 10/10 auf künftig 60/1. Das bedeutet je nach persönlichem Telefonie-Verhalten eine Preiserhöhung von bis zu 600 Prozent, denn im Gegenzug wird zwar der Minutenpreis zur Hauptzeit beim neuen Tarif "Xtra One" um 8 Cent günstiger. Dies ist aber nur für die Kunden von Vorteil, die länger als eine Minute telefonieren. Zur Nebenzeit steigen die Minutenpreise Preise von 35 auf 39 Cent, für die Gesprächsminute am Wochenende werden dann 9 statt 8 Cent pro Minute fällig. SMS-Fans zahlen künftig 19 statt bisher 20 Cent pro SMS und wer auf die "Nummer 1" verzichtet, kann SMS netzintern für 14 Cent verschicken.

Verschlechterungen gibt es auch bei der Option "Nummer 1", denn statt bisher 20 Cent rund um die Uhr kosten Anrufe zur "Lieblingsnummer" jetzt 29 Cent pro Minute zur Hauptzeit, 20 Cent pro Minute zur Nebenzeit und 9 statt vorher 8 Cent pro Minute am Wochenende. Eine Änderung der Lieblingsnummer schlägt mit 4,95 Euro pro Änderung zu Buche.

Seitens T-Mobile war zu erfahren, dass auf jeden Fall ein "ausführliches Widerspruchsrecht" besteht. "Die Kunden werden per SMS über die Tarifumstellung informiert. Wer seine Karte nur selten in Betrieb hat und die SMS nicht empfängt, wird per Briefpost informiert". Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Prepaidkarte ordnungsgemäß registriert wurde.

Ob ein Widerspruch gegen die Umstellung erfolgreich ist und die Beibehaltung der alten Tarife zur Folge hat, bleibt fraglich. Massive Kritik von Verbraucherschützern und Politikern führte im letzten Jahr dazu, dass T-Mobile die Einstellung der alten DM-Tarife zurücknahm und diese bis Ende des Jahres parallel zu den neuen Euro-Tarifen weiterhin anbot. Kunden, die ihre Prepaid-Karte mit den neuen Konditionen nicht weiter nutzen möchten und deshalb der Umstellung widersprechen, erhalten ihr etwaiges Restguthaben ausbezahlt und die Karte wird deaktiviert.

Eine kleine Hoffnung auf eine günstigere Taktung der Prepaid-Gespräche besteht, denn wie von T-Mobile zu erfahren war, sei bereits über eine 10/10-Taktungs-Option nachgedacht worden. Der Gedanke sei aber nicht weiter verfolgt worden.

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