kleine Schritte

Telekom bestätigt Einigung mit 01051 beim Call by Call

Telekom auf Partnersuche für T-Systems
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Die Deutsche Telekom bestätigte im Streit um die künftigen Call-by-Call-Gespräche im Ortsnetz eine erste Einigung. Mit 01051 Telecom sei ein Vertrag über die freie Wahl des Ortsnetzanbieters über eine gesonderte Vorwahl (Call by Call) unterschrieben worden. Wie wir bereits berichtet haben, will 01051 Telecom den ursprünglich schon für Anfang Dezember geplanten Dienst bundesweit nun am 1. Mai 2003 starten. Der Bundesrat hatte Ende September eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes beschlossen, um auch im Ortsnetz mehr Wettbewerb zu schaffen.

Das 01051-Geschäftsleitungsmitglied Thomas Rühmer sagte, die Vereinbarung entspreche "den Vorstellungen und Forderungen aller Wettbewerber, die eigene Netze aufgebaut haben und weiter aufbauen wollen". Strittig sei allerdings noch der Preis, den die Call-by- Call-Anbieter für die Mitbenutzung der Telekom-Leitungen zahlen sollen. Die von der Telekom verlangten Preisaufschläge seien unrealistisch. Darüber entscheidet die zuständige Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) voraussichtlich im Frühjahr.

Die hochverschuldete Deutsche Telekom verstärkt unterdessen die Suche nach finanzstarken Partnern für ihre Großkundensparte T-Systems. Es sei möglich, dass einzelne Minderheitsbeteiligungen der in 26 Ländern aktiven Tochter verkauft würden, verlautete heute aus Unternehmenskreisen. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, sollen im Bereich der IT-Dienstleistungen Partner gefunden werden, die eine Expansion im Ausland mitfinanzieren könnten.

Ein Telekom-Sprecher lehnte einen Kommentar ab. Der seit Mitte November amtierende neue Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hatte bereits die Möglichkeit von Kooperationen betont, wegen des Festhaltens an der Vier-Säulen-Strategie (Festnetz, Handy, Internet, Systemlösungen) einen Verkauf von T-Systems aber ausgeschlossen. Die mit 64 Milliarden Euro verschuldete Telekom will Kooperationen eingehen, weil dem Konzern nach dem eingeschlagenen Sparkurs das Geld für notwendige Investitionen bei der Tochter fehlt.