aufsteigend?

o2 rundet Preise kräftig auf

Nur wenige Preissenkungen zum Ausgleich
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Nach T-Mobil, Vodafone und E-Plus ist nun o2 an der Reihe, seine Preiserhöhungen vorzustellen. Und diese fallen nicht gerade zimperlich aus.

Die Struktur der Tarife bleibt gleich: "Starter" ist der Tarif mit niedriger Grundgebühr für Einsteiger, "Select" ist weiterhin mit einer der Optionen City, Lokal oder Mobil verknüpfbar, und Genion entspricht diesem mit dem zusätzlichen Vorteil der Homezone, innerhalb derer man "festnetzgünstig" telefonieren kann. Für Vieltelefonierer stehen Select Profi und Genion Profi bereit.

Teurer werden vor allem Gespräche zu anderen Handys. So zahlte man beim "Starter" bisher zur Nebenzeit 25 Cent pro Minute für Gespräche in Fremdnetze. Künftig sind es hingegen 29 Cent, was einer Erhöhung um 16 Prozent entspricht. Bei "Select" oder "Genion" erhöht sich der rund um die Uhr gültige Preis für netzinterne Gespräche von 15 Cent auf 19 Cent pro Minute - plus 27 Prozent. Statt bisher 51 bzw. 20 Cent in Fremdnetze zahlt man künftig 59 bzw. 29 Cent. Das sind zur Nebenzeit 45 Prozent mehr.

Deutlich günstiger wird die Lokal-Option (Gespräche in eine vorher festgelegte Stadt, egal, wo man sich in Deutschland aufhält): Statt bisher 35 Cent werden hierfür künftig zur Hauptzeit 19 Cent pro Minute berechnet. Das sind 46 Prozent Ersparnis. Die Kosten für City-Gespräche oder für Verbindungen ins Festnetz am Wochenende sinken von 8 auf 7 Cent (-13 Prozent).

Homezone-Nutzer zahlen weiterhin denselben Preis für City-Gespräche von der Homezone aus. Ferngespräche aus der Homezone kosten künftig 7 Cent zur Hauptzeit (Mo-Fr 8-18 Uhr) und 4 Cent pro Minute sonst. Das ist nachts (21-6 Uhr) sowie zur Hauptzeit jeweils 1 Cent mehr als bisher.

SMS werden von 20 auf 19 Cent gesenkt. Netzinterne SMS kosten weiterhin 12 Cent, aber der Rabatt ab der 101. SMS entfällt. Die Preise der Prepaid-Karten ändern sich nicht.

Die Grundgebühren ändern sich bei den meisten Tarifen nur wenig. Ausnahme ist o2 select, das von 10,20 auf 10,95 Euro monatlich verteuert wird. Die Taktung bleibt bei 10/10 (60/10 im D1-Roaming). Ab Herbst sollen auch Tarife mit 60/1-Takt eingeführt werden, die dann jeweils 3 Euro günstiger sind. Der Starter-Tarif hat hingegen durchgängig 60/10-Takt ohne die Möglichkeit der Wahl einer anderen Taktung.

Die neuen Tarife sind im Detail auf unserer Überssichtsseite zu o2 einsehbar. Bitte verwenden Sie diese als Referenz, da wir in obigem Text nicht alle Detailänderungen aufführen.

Die Preiserhöhung fällt stärker aus als erwartet. Dass o2 der Markttendenz folgt, Gespräche in Fremdnetze zu verteuern, erscheint logisch. Doch Aufrundungen wie die von 20 Cent auf 29 Cent sind schon drastisch. Da hilft es wenig, dass zum Ausgleich der Wochenendtarif um 13 Prozent gesenkt wird. Da diese schon vorher günstig waren, lässt sich da in absoluten Zahlen wenig sparen. Im Tarif Select kostet ein einminütiges Fremdnetz-Telefonat am Sonntag nun 9 Cent mehr als bisher, während ein einminütiges Festnetz-Telefonat nun 1 Cent günstiger ist.

Ob die Rechnung für die Netzbetreiber aufgeht, ist fraglich. Denn die angehobenen Minutenpreise könnten durchaus auch einen "Telefonierstreik" der Kunden auslösen: Je teurer es ist, zum Handy zu greifen, desto seltener macht man es eben.

Nähere Informationen zum Tarifwechsel und für Bestandskunden können Sie in unserer zweiten Meldung nachlesen.