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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
V.92 noch kein Standard bei deutschen ISP23.12.2001
13:09 Nur ein Provider antwortet mit "ja" auf teltarif-Umfrage; zwei weitere in der Testphase
Bereits Anfang Juli 2000 hat die UN-Behörde "International Telecommunication Union" (ITU) den neuen
Standard V.92 für Analogmodems abgesegnet. Dieser neue Standard bringt zwar keine schnelleren Übertragungsraten
mit sich, allerdings wurden einige - vorallem für Modemnutzer bisher nicht gekannte - Features implementiert.
So soll der Verbindungsaufbau dank "Quick Connect" innerhalb von weniger als 10 Sekunden möglich sein, wenn
man immer den gleichen Internetprovider verwendet. Besonders interessant ist die "On-Hold"-Funktion. Dadurch
ist es möglich, bei aktivierter Anklopffunktion die Onlineverbindung zu "parken" und das Gespräch entgegen zunehmen.
Somit ist der Modemnutzer einerseits online und trotzdem telefonisch erreichbar - dies ist bisher nur ISDN-Nutzern
vorbehalten.
Theoretisch könnte also das altbekannte analoge Modem mit dem neuen V.92-Standard noch einmal eine Renaissance erleben. Die Realität sieht aber leider nicht so rosig aus. Einerseits gibt es bisher nur wenige Hersteller, die Modem mit dem neuen Standard anbieten. Diese sind dann auch noch um einiges teurer als V.90-Modems, die ja zumindest in der Downloadgeschwindigkeit genauso schnell sind. Auf der anderen Seite ist das Angebot bei den Providern in Deutschland ähnlich dünn. Auf eine Umfrage unter großen Providern, die teltarif.de durchgeführt hatte, gab lediglich Talkline an, V.92-Protokoll zu unterstützen. Mediaways und Tesion gaben zumindest an, dass man sich gerade in der Testphase befinde und Anfang bis Mitte 2002 dann ebenfalls V.92 anbieten wolle. Andere große Carrier wie Arcor, T-Online oder UUnet sehen scheinbar noch gar keinen Bedarf, und planen auch mittelfristig keine Einführung. Erstaunlich sind Aussagen von zum Beispiel Tiscali oder Freenet: Bei diesen Anbietern wird V.92 nicht angeboten, da man warten wolle, bis sich V.92 am Markt durchsetzt. Fraglich ist dabei nur, wie sich ein neuer Standard durchsetzen soll, wenn ihn keiner anbietet. Auch das Argument, es gäbe noch zu wenig Hardware, ist nicht überzeugend, denn wenn V.92 von den ISP nicht angeboten wird, kauft niemand ein V.92-Modem. Konsequenz ist natürlich, dass auch die Hersteller keinen Bedarf an V.92-Modems erkennen. Fazit: Der neue V.92-Standard wäre sicher für alle optimal, die nur wenig im Internet surfen oder sich die Mehrkosten für einen teureren ISDN- oder DSL-Anschluss sparen wollen. Doch in Deutschland ist dieser Standard bisher nur bei wenigen Providern wie zum Beispiel Talkline verfügbar. Ironie am Rande: Talkline wird den Festnetz- und Internetbereich zum 31. März 2002 einstellen. Anzeige:
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