Einer bleibt übrig

Funkrufdienst "TeLMI" schaltet ab - e*message bleibt

Rettungsversuche für TeLMI vergebens
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Der 13. Dezember war ein Unglückstag für den Funkrufdienst "TeLMI" - der deutschen Funkruf. An diesem Tag schaltete die Deutsche Telekom nämlich die Vorwahl 0166 vorzeitig ab, obwohl eigentlich zum 31. Dezember gekündigt worden war. Doch die "letzen vier Mohikaner", die den Funkrufbetrieb bei der Deutschen Funkruf (DFR) in Mainz-Kastel in Zusammenarbeit mit dem letzten verbliebenen Anbieter "e*message" noch organisierten, wussten sich zu helfen und richteten kurzfristig einen Modemzugang unter der Nummer 06134-716-4140 ein. Mit Hilfe einer kostenlosen Software die unter www.rettet-telmi.de heruntergeladen werden kann, sind noch Funkrufe zu verbliebenen TeLMI-Anwendern möglich, bevor spätestens am 28. Dezember der Uplink zum Satelliten, der alle TeLMI-Sendestationen ansteuert, gekappt wird.

Zwar hatte es einige Rettungsversuche und eine private Initiative "Rettet TeLMI" gegeben, doch es fehlte das notwendige Geld von zu letzt noch etwa 100 000 Mark pro Monat, wofür sich nicht genügend Investoren fanden. Lukrative Aufträge wären im nächsten Jahr schon unter Vertrag gewesen. Geldkräftige Investoren fanden den Funkruf nicht "sexy" genug. "Eindeutig ein Fehler, da wir heute schon UMTS-Dienste anbieten können", sagte einer der verbliebenen TeLMI-Mitarbeiter zu teltarif, auch im Sicherheits- und Rettungsbereich waren die TeLMI-Pager als preiswerte Alternative zum offiziellen Behördenfunk (BOS) recht beliebt.

Nun bleibt also nur noch der Berliner Anbieter e*message übrig, der die Funkrufdienste Scall, Skyper und Cityruf von der Deutschen Telekom übernommen hatte und seit Jahresanfang mit eigener Lizenz funkt. Die Berliner konzentrieren sich derzeit voll auf Angebote mit monatlicher Grundgebühr für professionelle Anwender. Dabei reichen die Preise von 16 Mark im Monat (NurTon-Alarm) und enden bei 34 Mark im Monat für einen Textpager, der bundesweit angefunkt werden kann, beim Jahresabo sind zwei Monate frei ("10 für 12")

e*message wird aber Ende März 2002 das grundgebührfreie Funkrufangebot "Scall" einstellen, wo der Anrufer sein Entgelt über hohe Rufpreise zu entrichten hatte. Ehemalige Scall-Nutzer können auf Cityruf umsteigen, wenn ihr Endgerät eine ID hat, die mit "1" beginnt. Andernfalls gibt e*message bei Abschluß eines Zwei-Jahresvertrages ein neues Endgerät kostenlos dazu.

Der Funkrufdienst Skyper wird von Fans wegen seines umfangreichen Info-Angebotes geschätzt. Ein vierköpfiges Redaktionsteam stellt täglich ein regelmäßiges Infoprogramm zusammen, das längst über reine Börsenmeldungen oder "Mord- und Totschlagnachrichten" hinausgeht und sogar 32 Regionalzonen für lokale Events enthält. Pro Jahr sind dafür 248 Mark zu bezahlen (Altkunden 99 Mark). Wer auch private Nachrichten, sogenannte "Friendly News" auf seinem Pager empfangen will, kann dies im Moment noch ohne Grundgebühr zu erhöhten Rufpreisen oder kostenlos (limitiert) über das Internet tun, auch hier dürfte eine Änderung in Betracht kommen.

Wer lieber günstige Rufpreise (im T-Festnetz 12 bis 24 Pfennige pro Anruf) haben möchte, kann auf seinen Skyper-Empfänger den Cityruf-Dienst hinzubuchen (einfach ID-Nummer des Empfängers an e*message durchgeben und Vertrag unterzeichen), was dann im "Vollausbau" auf monatliche 49 Mark pro Monat an Grundgebühren kommt.

Alles in allem sind das Preise, wie sie ein mittler Handy-Tarif auch kostet. Würde man die Infodienste als SMS auf seinem Handy buchen (meist 39 Pfennig pro SMS) kommt der Skyper schnell günstiger, da hier eine monatliche Pauschale für die Infos zu bezahlen ist. Viele Anwender rechnen jedoch anders und suchen lieber nach kostenlosen Infoangeboten, wobei sie auch Werbung akzeptieren.

Bleibt zu hoffen, daß e*message auch für Privatkunden günstige Angebote (etwa für e-mail Alarmierung) machen wird, die preislich attraktiv sind. Viele Anwender wären sicher dazu bereit, wenn das für rund 5 bis 10 Mark pro Monat zu haben wäre.