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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Lotsen für Lebensretter20.10.2001
09:18 GPS-Handys helfen bei der Ortung von Unfallstellen
Seitdem immer mehr Menschen ein Handy im Auto
haben, können sich Unfallopfer meist auf einen schnellen Notruf
verlassen - im Prinzip. Doch auch wenn nach einem schweren Crash auf
der Autobahn in der Rettungsleitstelle binnen weniger Minuten 40 bis
60 Anrufe eingehen, wirklich geholfen ist den Verletzten damit nicht
immer. Denn mangels Ortskenntnis und Aufmerksamkeit können die
Notfallmelder ihre Position oftmals nicht präzise bestimmen, und die
Ärzte verlieren bei der Suche nach dem genauen Unfallort wichtige
Zeit. Die Situation könnte sich jedoch mit dem Siegeszug der
Satellitennavigation über das Global Positioning System (GPS) und das
geplante Galileo-Netzwerk schon bald etwas entspannen.
So bieten die Autohersteller von Wolfsburg bis München nach Angaben ihrer Presseabteilungen immer mehr Modelle mit einer integrierten Notruffunktion an. Dafür werden Navigationssystem und Mobiltelefon so gekoppelt, dass ein Druck auf die Alarmtaste genügt, um die aktuelle Position des Wagens per SMS an eine Notfallzentrale zu übermitteln. Von dort geht dann laut Mercedes in Stuttgart im Zweifelsfall direkt ein Hilferuf an die nächste Rettungsleitstelle. Wird bei einem Unfall etwa der Airbag ausgelöst, läuft diese Informationskette sogar automatisch an, so dass wenige Minuten nach dem Crash der Notarzt vor Ort ist. Aber auch unbeteiligte Unfallmelder könnten laut Thomas Steffes, Sprecher des Satelliten-Konsortiums Astrium, schon bald zu Lotsen für Lebensretter werden, wenn demnächst auch Handys mit Navigationsgeräten ausgerüstet werden. Erste Geräte mit entsprechend vergrößertem Display und geeigneter Peiltechnik kommen auch in Deutschland gerade auf den Markt und ermöglichen ihrem Besitzer jederzeit eine exakte Positionsbestimmung. So findet man nicht nur den kürzesten Weg durch die Fußgängerzone, sondern weiß im Ernstfall auch genau, wo es gerade gekracht hat. Damit ließen sich, so die Hoffnung der Notfallmediziner, bei Unfallmeldungen viele wertvolle Minuten gewinnen. Doch Euphorie ist offenbar nicht angemessen, denn Netzbetreiber wie die Telekom schätzen den Bedarf laut T-D1 in Bonn für GPS-Handys so gering, dass Sie noch nicht einmal über deren Verkauf entschieden haben. In den USA dagegen gibt es laut Thomas Steffes jetzt sogar ein Gesetz, wonach alle Mobilfunkanbieter vom Herbst an dafür Sorge tragen müssen, dass Handys, über die der Notruf 911 gewählt wird, exakt geortet werden können. Bis Ende nächsten Jahres müssen dort alle neuen Geräte mit einer "Automatic Location Identification" ausgerüstet sein. In Europa wird eine vergleichbare Lösung zwar gesucht, doch ist sie nach Angaben von Experten noch nicht in Sicht. Wie wichtig eine präzise Unfallmeldung ist, belegt eine Studie der Technischen Universität München. Danach fallen die gesundheitlichen Unfallfolgen bei 20 Prozent aller Schwerverletzten deutlich geringer aus, wenn durch eine genaue Positionsbestimmung die Zeit zwischen Unfallmeldung und Eintreffen des Notarztes unter zwölf Minuten sinkt. Und jede Minute, die der Arzt früher beim Schwerstverletzten eintrifft, erhöht dessen Überlebenschancen laut den Erhebungen der TU München um ein halbes Prozent. Momentan jedoch verstreichen nach diesen Informationen im Schnitt rund zehn Minuten, bis ein Unfall entdeckt und die Unfallstelle eindeutig ermittelt ist. dpa / Marie-Anne Winter
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