Peinlich

AOL-Kunden in Deutschland wegen Stromausfall stundenlang offline

Nutzer klagen über verschwundene E-Mails
Von AFP / Frank Rebenstock
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Ein Stromausfall im US-Bundesstaat Virginia hat beim Internet-Anbieter America Online (AOL) auch in Deutschland zahlreiche Kunden lahmgelegt. Der Stromausfall in der nördlichen Virginia-Region, wo AOL seine Zentrale hat, habe auch im deutschen Angebot zu Beeinträchtigungen geführt, sagte ein AOL-Deutschland-Sprecher in Hamburg. "Einige unserer Dienste waren nicht mehr erreichbar." Die Schwierigkeiten seien aber nur "relativ kurz" aufgetreten. Kunden berichteten dagegen von stundenlangen Netzausfällen am Donnerstagabend und auch am Freitag in den frühen Morgenstunden. Eine Einwahl sei nicht möglich gewesen. E-Mails, die zunächst angezeigt wurden, blieben demnach "verschwunden". AOL hat in Deutschland nach eigenen Angaben über zwei Millionen Nutzer.

"Wir gehen davon aus, dass es beim größten Teil unserer Nutzer in Deutschland nicht zu Problemen gekommen ist", sagte der Unternehmenssprecher. Mitarbeiter der Kunden-Hotline von AOL sprachen dagegen von einem zeitweisen, "bundesweiten Totalausfall". Von Mitarbeitern der AOL-Hotline erfuhren die Kunden, dass ihre "verschwundenen" E-Mails nur vorübergehend nicht abrufbar seien. Sobald die betroffenen Server in den USA wieder gestartet würden, sei auch die elektronische Post wieder vorhanden. Die AOL-Zentrale in Dulles konnte zunächst keine Angaben machen, wieviele Kunden weltweit betroffen waren und ob es zu Datenverlusten gekommen ist.

Mit AOL ist innerhalb weniger Tage schon der zweite große Internet-Provider in Deutschland betroffen. Ende März musste der Berliner Domainhoster Strato seinen Kunden mitteilen, dass durch eine "Netzüberspannung" Hundertausende Kunden "offline" waren. Am Montag gab der Provider dann zudem bekannt, dass es bei 7 000 Websites durch die Panne zu einem "vollständigen Datenverlust" gekommen war. Inzwischen mehren sich Hinweise, dass es auch bei Strato erneut zu einem Teilausfall gekommen ist.