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BREKO-Studie: Mietgebühren der Telekom 30 Prozent überteuert

14.02.2001
14:06

Die Teilnehmeranschlussleitung darf nur 17,80 Mark kosten

Die monatlichen Preise, zu denen die Deutsche Telekom ihren Mitbewerbern die so ganannte "letzte Meile" vermietet, sind seit Jahren fast 30 Prozent überteuert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Kosten von Teilnehmeranschlussleitungen in Deutschland", die im Auftrag des Bundesverbandes der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO) erstellt wurde.

Die Ergebnisse werden heute im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin vorgestellt. Höchstens 18 Mark (exakt 17,80 Mark) statt der heute verlangten 25,40 Mark (jeweils netto) dürften nach realistischen Berechnungen verlangt werden, so die Analyse der Duisburger Dialog Consult GmbH. BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann erklärt dazu: "Angesichts dieser Kostenrechnung ist die von der Telekom geforderte Anhebung der Monatsmiete sehr kühn. Da war wohl eher Verhandlungsstrategie ausschlaggebend."

Nach Vorstellungen des ehemaligen Monopolisten soll die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), über die die Mitbewerber ihre eigenen Endkunden anschließen können, ab 1. April 34,03 Mark kosten. Lüddemann: "Bezogen auf die tatsächlichen Kosten ist die Forderung der Telekom um 91 Prozent überhöht." Ähnlich, so Lüddemann weiter, verhalte es sich mit den einmaligen Bereitstellungskosten für einen Anschluss. Hier liege die Forderung des Marktführers, je nach Bereitstellungsumfang zwischen 248,47 Mark und 356,53 Mark. Angemessen seien Werte zwischen 76,80 Mark und 186,32 Mark.

Der Analyse liegt das Kostenmodell zugrunde, das vom Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienst (WIK) entwickelt und in seiner Vorversion von der Regulierungbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) verwendet wurde. Eingeflossen sind sämtliche Faktoren, die im Bereich der Netzelemente, der Beschaffungs- und Einrichtungszahlungen sowie der Kapital- und Betriebskosten eine Rolle spielen, einschließlich der Abschreibungs- und Nutzungsdauer. Lüddemann: "Jede einzelne Kabelmuffe wurde berechnet. Allein für die Baukosten wurden 30 Parameter geprüft." Hauptkostenfaktor seien mit einem Anteil von 60 Prozent die Erdarbeiten für die Kabelwege. "Hier wurde eine sehr teure Variante des Netzbaus gewählt. Hätte das Rechenmodell überirdische Verlegung zugelassen, beispielsweise in ländlichen Regionen, wären die Kosten sogar deutlich niedriger ausgefallen", so Lüddemann. Um einer gelegentlich geäußerten Kritik an derartigen Modellrechnungen vorzubeugen, betont der BREKO-Geschäftsführer: "Die Rechnung bezieht sich keinesfalls nur auf Ballungsgebiete, wo der Netzausbau günstig zu realisieren wäre." Die zugrunde liegende Fallstudie sei auf die mittlere Anschlussdichte Deutschlands von 210 Anschlüssen/qkm extrapoliert. Generell sie das WIK-Modell im übrigen eher an der oberen Kostengrenze orientiert. Für den kostengünstigsten Fall der TAL-Bereitstellung kommt die Studie zu einer monatlichen Anschlussmiete von nur 10,26 Mark.

 
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