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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
D2-Umfrage: über 40% wünschen sich Bildtelefonie via UMTS25.11.2000
17:47 Das Bild-Telefon kommt, und kommt, und kommt ...
D2-privat befragte vor kurzem per SMS über 1100 Vertragskunden, welche Anwendungen sich diese von einem zukünftigen UMTS-Netz wünschen würden. 40,2% der Kunden entschieden sich für Video-Telefonie, 20,6% wollten vor allem im Internet shoppen und nur 6,3% favorisierten interaktive Spiele. 32,8% der Befragten wünschten sich "andere UMTS-Dienste". Welche anderen Dienste dies seien, fragte D2 seine Kunden jedoch nicht.
Der hohe Anteil an Befürwortern der Bildtelefonie ist erstaunlich, bedenkt man, dass im Festnetz Bildtelefone Ladenhüter sind. Das T-View 100 der Telekom wurde erst vor einiger Zeit im Preis halbiert und kostet nunmehr nur noch 498 Mark, doch sind trotzdem Bildtelefone in privaten Haushalten höchst selten. Softwarelösungen für Bildtelefonie wie z.B. AVM Alice gibt es heutzutage bereits für weniger als 100 Mark. Der dafür benötigte ISDN-Anschluss und der leistungsstarke PC sind inzwischen Standard. Was fehlt den Kunden also, damit sich Bildtelefonie durchsetzt? Bereits 1934 experimentierte die Deutsche Reichspost mit einer "Gegenseh-Telefon"-Verbindung. 1936 bereits wurde die weltweit erste öffentliche Bildtelefonie zwischen Berlin und Leipzig als Regeldienst eingeführt. Später erfolgte der Ausbau eines Koaxial-Kabel-Netzes zwischen vielen deutschen Großstädten, meist wurden die Verbindungen jedoch durch den 2. Weltkrieg nicht mehr genutzt und nach dem Krieg von den Besatzungsmächten demontiert. In den mageren Nachkriegsjahren in Vergessenheit geraten, entdeckte die Bundespost erst 1983 in einem Pilotversuch mit 28 Bildtelefonie-Teilnehmern diese Technologie wieder. Doch sollte es noch weitere 14 Jahre dauern, bis aus dem Experiment ein konkretes Angebot für alle Kunden wurde. Im Jahre 1983 musste die Verbindung per Glasfaser-Kabel realisiert werden, da die zu übertragenen Datenmengen mangels leistungsfähiger Computer noch viel zu hoch für das vorhandene Telefonnetz waren. Von herkömmlicher Telefonie konnte man daher noch nicht sprechen. Auf der Funkausstellung 1997 stellt die Telekom erstmals ein ISDN-Bildtelefon vor. Unter dem Motto "Das Bildtelefon kommt" warb man für diese Technologie. Bis heute ist jedoch die Bildtelefonie noch immer ein Nieschenprodukt. Spötter wandelten das alte Telekom-Motto um: "Das Bildtelefon kommt, und kommt, und kommt ...". Die Gründe für die fehlende Akzeptanz mögen vielfältig sein. Manche Bild-Informationen möchte man besser nicht übertragen wissen. Der Hauptgrund dürfte jedoch ein anderer sein: So lange man nicht genügend Telefon-Teilnehmer kennt, welche auch per Bild-Telefonie erreichbar sind, lohnt sich die Anschaffung eines solchen Gerätes einfach nicht, selbst wenn man eine positive Einstellung zu diesem Dienst hat. Da wohl jeder potenzielle Kunde so denkt, bewegt sich seit Jahren so gut wie nichts. Und wirklich notwendig ist das zusätzliche Bild ja nicht. Das auf den ersten Blick erstaunliche Resultat der oben erwähnten D2-Umfrage dürfte durch den Mangel an alternativen Antwortmöglichkeiten zu erklären sein. Der Wert einer Umfrage steht und fällt mit der Qualität der Frage. Eine ausführlichere Umfrage hätte sicher auch andere Ergebnisse zur Folge gehabt. Anzeige:
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