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US-Musikindustrie hält am Verfahren gegen Napster fest

01.11.2000
09:46

Der Einstieg von Bertelsmann wird grundsätzlich begrüßt, die Klage aber nicht zurückgezogen

Die US-Musikindustrie will auch nach dem Einstieg des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann an dem Prozess gegen die bislang kostenlose Internet-Musiktauschbörse Napster festhalten. Wie der Verband der Plattenverlage RIAA am Dienstag in New York erklärte, begrüße er zwar die Allianz, werde die laufende Klage gegen Napster wegen Verletzung von Urheberrechten aber nicht zurückziehen. Bertelsmann und Napster hatten am Dienstag überraschend eine Allianz bekannt gegeben, durch die aus der bislang kostenlosen Tauschbörse ein kostenpflichtiges Angebot zum Musikvertrieb über das weltweite Datennetz werden soll.

Napster war von der US-Musikindustrie verklagt worden, weil über die Website des Unternehmens mit einer speziellen Software kostenlos Musikstücke im digitalen MP3-Format im Internet aufgespürt und gratis heruntergeladen werden können. Dadurch sehen die Plattenlabels und Künstlerverbände ihre Rechte verletzt.

"Wir begrüßen die Entscheidung, ein legaler Akteur der Online-Musikindustrie zu werden", erklärte RIAA-Präsidentin Hilary Rosen am Dienstag. Der angekündigte Rückzug der Bertelsmann-Musik-Tochter BMG aus dem Kreis der Kläger werde das laufende Verfahren gegen Napster aber nicht zu Fall bringen. "Es ist wichtig, dass die Grundregeln für Internet-Musik ein für alle Mal festgelegt werden", betonte Rosen.

Bertelsmann stellt Napster im Zuge der Allianz einen Kredit zur Verfügung, um ein neues Geschäftsmodell zu verwirklichen: Nach den Vorstellungen der beiden Geschäftspartner soll die Napster-Technologie als Branchenstandard beim Vertrieb von Internet-Musik etabliert werden. Die Partner hatten deshalb die Industrie aufgefordert, sich an dem neuen Geschäftsmodell zu beteiligen.

 
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre