Übernommen?

VIAG Interkom trennt sich wegen UMTS-Kosten vom Festnetzgeschäft

Konzentration auf "zukunftsträchtigen" Mobilfunkmarkt
Von Frank Rebenstock
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Die VIAG Interkom wird sich laut übereinstimmenden Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Handelsblattes aus dem Festnetzgeschäft mit Call by Call und Pre-Selection aussteigen. Dies sei kein "zukunftsträchtiges Geschäft", wird ein Unternehmenssprecher laut Zeitungsberichten zitiert. Weiter heißt es, dass der genaue Zeitpunkt des Rückzugs bislang jedoch noch nicht fest steht. Stattdessen wolle sich VIAG Interkom auf die Kernbereiche Mobilfunk und Festnetzanschlüsse über die eigenen Richtfunk-Verbindungen konzentrieren. Weiterhin wurde bestätigt, dass das Unternehmen aus dem Kabelkonsortium für das Cable-TV-Bayern aussteigen wolle und die eigenen Anteile nur noch treuhänderisch halte. Ursprünglich war geplant, in diesem Bereich 1,5 Milliarden Mark zu investieren. Die genannten Einsparungsmaßnahmen wurden begründet mit den hohen Kosten für die UMTS-Lizenzen. Diese, so der VIAG-Sprecher, ließen kaum noch "Spielräume" zu, in "Zukünftsträchtiges" zu investieren.

Das Unternehmen hatte sich vor ein paar Tagen an Bundeswirtschaftsminister Werner Müller gewandt und um eine teilweise Kompensation der hohen Belastungen durch den Erwerb der UMTS-Lizenzen gebeten. Eine Antwort aus dem Bundeswirtschaftsministerium liegt derzeit noch nicht vor.