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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
HSCSD und GPRS im Teltarif-Test17.09.2000
High Speed Data via Handy
Zwei Verfahren, HSCSD und GPRS, sollen künftig die mobile Datenkommunikation schneller und komfortabler machen. HSCSD befindet sich bei E-Plus bereits im Regelbetrieb,
D2 Privat führt den Dienst in Kürze ebenfalls ein.
Das Konkurrenzsystem GPRS wird von T-D1 seit dem Sommer intensiv getestet, vor rund vier Wochen startete ein sogenannter Friendly User Test, quasi ein öffentlicher BETA-Test. VIAG Interkom und D2 Privat wollen ebenfalls in Kürze GPRS-Tests starten, E-Plus wird folgen. Wir hatten die Gelegenheit, beide Systeme zu evaluieren. Für HSCSD im E-Plus-Netz stand ein Nokia 6210 zur Verfügung, für GPRS wurde ein Motorola Timeport 7389i im D1-Netz genutzt. Die ersten Gehversuche mit der hochgelobten GPRS-Technologie waren allerdings eher ernüchternd. Nur selten konnten Datenraten von 28,8 kbit/s erreicht werden. Oft war die Datenrate sogar niedriger als die bisher schon bei GSM möglichen 9,6 kbit/s, teilweise klappte die Verbindung überhaupt nicht. Natürlich ist es für ein Urteil über die Leistungsfähigkeit von GPRS viel zu früh. Neben den Netzen scheinen auch die derzeit verfügbaren Endgeräte noch nicht ganz rund zu laufen. Teilweise brach nach Beenden einer Verbindung auch der Kontakt zum Netz zusammen oder es erschien der Hinweis, dass die verwendete SIM-Karte nicht registriert sei. Die derzeitigen Pilotprojekte zeigen aber auf, wo es noch Probleme gibt, so dass Netzbetreiber und Gerätehersteller diese gezielt beheben können, um vielleicht noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft GPRS einem breiten Publikum anbieten zu können. Vor allem für WAP, das mobile Internet, bietet GPRS erhebliche Vorteile, da die Abrechnung nicht nur nach Onlinezeit, sondern auch nach der Zahl der übertragenen Seiten erfolgen kann. GPRS-Tests in anderen Netzen sind mit den von D1 zur Verfügung gestellten Timeport-Handys nicht möglich. Die Geräte wurden vorsorglich mit einem SIM-Lock versehen. Immerhin ist es aber möglich, "normale" D1-Karten zu nutzen, also solche, die nicht im Rahmen des Friendly User Test ausgegeben wurden. Unklar ist aber, ob und wie GPRS-Verbindungen in diesem Fall abgerechnet werden. Der User-Test selber ist hingegen kostenlos, zumindest für GPRS-Datenverbindungen. Schon etwas weiter ist die HSCSD-Technologie, die E-Plus seit dem vergangenen Jahr im Regelbetrieb anbietet. Noch vor kurzem stand als Endgerät aber nur das Nokia Card Phone 2.0 zur Verfügung, eine PC-Einsteckkarte für Laptops. Das war insofern keine allzu elegante Lösung, als E-Plus keine Twin Cards anbietet. Datenfreaks mussten daher immer die Karte zwischen Handy und Card Phone hin- und herstecken oder einen zweiten Vertrag abschließen. Seit einigen Tagen ist mit dem Nokia 6210 das erste HSCSD-fähige Handy auf dem Markt. Modemtreiber werden auf CD gleich mitgeliefert, so dass man via Infrarot-Port sofort online gehen kann. Schließlich stellt E-Plus einen grundgebührfreien und anmeldefreien Internet-Zugang zur Verfügung. Zunächst hatten wir das Problem, dass Datenübertragungen in weiten Teilen des Rhein-Main-Gebiets, wo wir unsere Tests durchführten, bei E-Plus für mehrere Tage gestört waren. Zwar konnte der WAP-Zugang genutzt werden, DFÜ-Netzwerk-Verbindungen brachen aber jeweils nach wenigen Sekunden zusammen. Nachdem E-Plus dieses Problem am Donnerstag behoben hatte, klappte es nach einigen Anläufen auch mit HSCSD. Nach der Installation des Nokia-Modemtreibers befindet sich in der Systemsteuerung ein zusätzlicher Menüpunkt "Nokia Modem Setup". Hier kann man nun beliebige Datenraten zwischen 9,6 und 43,2 kbit/s und auch die Übertragungsart (Modem, ISDN V.110 und ISDN V.120) einstellen. Wir hatten in der Einstellung "43,2 kbit/s" und "ISDN V.110" Erfolg. Schon der Connect klappte wesentlich schneller als bei GSM-Modem-Verbindungen gewohnt. Bei Downloads erreichten wir Datenraten von 3 bis 4 kByte/s. Das entspricht - Protokoll-Overhead mitgerechnet - bis zu 35 kbit/s. Selbst Real Audio-Internet-Radios und sogar ein Videofeed konnten empfangen werden. Ab und zu kommt es vor, dass man für den Verbindungsaufbau zwei oder drei Versuche benötigt. Wenn die Verbindung aber steht, ist sie - eine ausreichende Netzversorgung vorausgesetzt - sehr stabil. Die maximale Geschwindigkeit im E-Plus-Netz liegt derzeit bei 38,4 kbit/s. Künftig sollen sogar 56 kbit/s möglich sein. Volker Schäfer
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