Auf dem bundesdeutschen Paging-(Funkruf-)Markt war es lange Zeit sehr
ruhig. Prohibitive Rufpreise insbesondere vom Handy, z.B. von D2-CallYa zu
TeLMI (0166-1) für "nur" 8,98 DM/Minute würgten diesen Markt relativ
schnell ab, günstige Handytarife und die Lust auf SMS besorgten den Rest.
Als einziger Anbieter hatte die Miniruf GmbH ("Quix") ihre Rufpreise im
Festnetz der Deutschen Telekom radikal auf 24 Pf/Minute gesenkt, es aber
versäumt, dafür die Werbetrommel zu rühren. Miniruf blieb nur noch, ihren
Kunden per Post die Kündigung und die Einstellung des Funkbetriebs bei
"Quix" zum 31.12.2000 mitzuteilen.
Danach soll der Funkrufdienst "Quix" (Anwahl unter 0165...) eingestellt
werden. Einzig das Angebot "iquix" (eine eigene E-Mail-Adresse mit POP3
und Web-Postfach und Alarmierung per SMS auf Handys, siehe
www.iquix.de)
soll für derzeit 9,95 DM/Monat weiter erhalten bleiben, wenn
es der Kunde wünscht.
Schon einmal stand die ursprüngliche
o.tel.o-Tochter "Quix" vor dem Aus,
bevor sie von der mittelständischen Hörmann-Gruppe
übernommen worden
war. Hörmann, der damals noch am Konkurrenten "TeLMI/DFR" beteiligt war,
wollte die Aktivitäten von TeLMI, Quix und T-Mobil/Qbic in einer
Gesellschaft zusammenzufassen und dann bundesweit als einziger Anbieter
Funkrufdienste anzubieten.
Doch dieses Konzept ging aus verschiedenen Gründen schief: Die
TeLMI/DFR-Gesellschafter waren damit am Ende nicht einverstanden, Hörmann
musste bei DFR ausscheiden, und die Regulierungsbehörde bestand auf einem
funktionierenden Wettbewerb. Ergo verkaufte T-Mobil seine Funkruf-Tochter
Qbic an die Berliner emessage, die auch in Frankreich das Funkrufnetz
der France Telecom übernommen hat und vom Verwaltungsratsvorsitzenden
des Schweizer Funkrufspezialisten Swissphone gegründet worden war.
Somit bleiben nur noch zwei Anbieter im Markt:
Die Deutsche Funkruf (DFR) mit ihrem Dienst "TeLMI" und die "emessage" mit
ihren Diensten Scall, Skyper und Cityruf.
Beide zielen mit ihren Angeboten auf Privat und Geschäftskunden.
Da emessage noch keine eigene Sendelizenz hat, betreibt
T-Mobil/Qbic das Funknetz übergangsweise noch weiter, während bei der
Regulierungsbehörde eine Ausschreibung für eine neue Frequenz läuft.
Interessant: T-Mobil/Qbic sendet bisher auf drei Frequenzen, die neue Lizenz
wird aber nur noch eine Frequenz enthalten. Ob es einen Bestandsschutz für
Altnutzer gibt, ob alte Geräte umgetauscht oder umgerüstet werden, steht
derzeit noch nicht fest.
Quix-Kunden sollten ihre Empfänger nicht wegwerfen, im Moment wird
noch geprüft, welche Möglichkeiten es für sie gibt.