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Mannesmann: 60 Milliarden Mark für Orange

Euro-Shopping-Tour erhält Konturen: Öffentliches Angebot in Großbritannien, Kaufinteresse auch in der Schweiz.
Von Andreas Schlebach
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Die Düsseldorfer Mannesmann AG hat ein öffentliches Angebot für die Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers Orange abgegeben. Laut einer Pflichtmitteilung von heute morgen beläuft sich dieses auf umgerechnet rund 60 Milliarden Mark. Das Angebot beinhalte einen Aufschlag von 21,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Orange-Aktie vom Montag. Der Vorstand von Orange betrachtet nach Angaben von Mannesmann das Angebot als "fair und angemessen" und empfehle den Aktionären, es zu akzeptieren.

Zur Finanzierung der Transaktion will sich Mannesmann in der ersten Hälfte des kommenden Jahres Eigenkapital in einer Größenordnung von zwei bis vier Milliarden Mark beschaffen. Ausserdem sei ein Börsengang der Engineering- und Automotive-Aktivitäten geplant, heißt es. Vom Orange-Mehrheitseigner Hutchison Whampoa habe Mannesmann die "unwiderrufliche Zusage" erhalten, das Angebot für deren gesamten Anteil von 44,8 Prozent zu akzeptieren, teilte der Konzern weiter mit. Diese Zusage sei auch für den Fall eines höheren Angebots von dritter Seite bindend.

Orange ist bekanntlich mit etwa 3,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von rund 17 Prozent die drittgrößte Mobilfunk-Gesellschaft Großbritanniens. Mit der Übernahme steige die Gesamtzahl der Mannesmann-Mobilfunkkunden in Europa nach eigenen Angaben auf über 20 Millionen.

Für den deutschen Mobilfunk-Marktführer ist der Kauf von Orange die letzte Möglichkeit für einen bedeutenden Einstieg in den schnell wachsenden britischen Markt. Im August hatte die Deutsche Telekom den Orange-Konkurrenten One2One für rund 20 Milliarden Mark erworben.

Erst gestern war bekannt geworden, dass Mannesmann auch ein Gebot für die Schweizer Cablecom Holding abgegeben hat. Mit etwa 1,3 Millionen Anschlüssen und einem Marktanteil von 50 Prozent ist Cablecom der größte Kabelbetreiber in der Schweiz.