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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
GPRS: Schnelles mobiles Internet erst in einem halben Jahr11.10.1999
Vor allem das Senden von Daten mit höchster Geschwindigkeit bereitet Probleme
Zur Zeit sind zwei Standards für schnelle Datenübertragung im
Mobilfunkbereich absehbar. Bei HSCSD werden einfach mehrere gewöhnliche
Gesprächs- bzw. Datenkanäle aufgebaut.
Statt mit 9600 bzw. 14400 bit/Sekunde surft man dann mit dem zwei-
bis dreifachen Tempo. Nachteil: Es entsteht auch die zwei- bis
dreifache Mobilfunkrechnung. Auch werden entsprechend viele
Sprachkanäle blockiert - Netzüberlastungen könnten also noch öfter
auftreten als bisher. Der Aufbau einer Verbindung dauert knapp eine
Minute - es ist also nicht möglich, mal schnell einen Internetkanal
zuzuschalten, während z.B. eine große Webseite übertragen wird.
GPRS geht einen komplett anderen Weg. Statt über Sprachkanäle werden die Daten in Pakete gepackt und immer dann übertragen, wenn Bedarf ist und freie Kapazitäten vorhanden sind. Wird beispielsweise ein neuer Sprachkanal aufgebaut, weil in derselben Funkzone ein anderer Handy-Nutzer ein Mobilgespräch beginnt, wird die Datenrate bei GPRS entsprechend reduziert. Man bleibt in diesem Fall weiter online, surft allerdings nicht mehr ganz so schnell wie bisher. Durch den Paketmodus fällt das Problem des Verbindungsauf- und -abbaus weg. Manche sagen deswegen, dass ein GPRS-Handy immer online sei. Das ist aber irreführend, denn es werden bei GPRS nur dann Daten übertragen, wenn das auch benötigt wird. Wer nicht surft, hat somit bei GPRS auch keine Verbindung zum Netz, ist also offline. Dennoch ist ein GPRS-Handy ständig in Bereitschaft für Datentransfers, genauso, wie ein eingeschaltetes und in ein Netz eingebuchtes Handy immer in Bereitschaft ist, einen Anruf entgegenzunehmen. Das Problem: Die Energie, die benötigt wird, um ein Datenpaket sicher zur Basisstation zu übertragen, hängt von der Qualität der Verbindung ab. Bei schlechten Bedingungen muss jedes Paket mit voller Power auf den Weg gebracht werden. Je mehr Pakete nun pro Zeiteinheit verschickt werden, desto mehr Energiepakete werden verbraucht und desto schneller ist der Akku leer. In der anderen Richtung, von der Basisstation zum Handy, ist es zwar nicht ganz so schlimm. Aber auch hier gibt es zusätzlichen Stromverbrauch: Bei voller Datenrate müssen die Empfangsteile wesentlich häufiger aktiv sein als bisher. Wegen dieser Problematik berichtete heute die Messezeitung auf der Telecom ´99 in Genf, dass sich die Einführung von GPRS weiter verzögern könnte. Ein Handy, das mit den maximal möglichen 115 200 Bit pro Sekunde sendet, würde sich quasi zum Mikrowellenofen für die daran befindliche SIM-Karte entwickeln. Die Handy-Hersteller dementieren aber solche Meldungen und sind weiterhin guter Dinge. So will Nokia in der zweiten Hälfte nächsten Jahres GPRS-Geräte in Stückzahlen liefern können. Neben Handies sind dabei auch PCMCIA-Karten für den Laptop vorgesehen. Dennoch: "Zweite Hälfte des nächsten Jahres" ist nicht so optimistisch wie die Aussage "Mitte des nächsten Jahres", die von einigen Netzbetreibern in Bezug auf den Einführungszeitpunkt zu hören war. Deswegen könnte sich der Sonderweg von E-Plus auszahlen, die als einziger Netzbetreiber in Deutschland statt GPRS zunächst das technisch einfachere HSCSD verwenden (teltarif berichtete): Geeignete Handies will Nokia bereits in wenigen Wochen in Stückzahlen liefern können. Kai Petzke
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