Offene Rechnung

Epc-Betrug: Klage eingereicht

178 teltarif-Leserinnen und -Leser waren von dem Telefonkartenbetrug betroffen - und fordern nun fast 22 000 Mark zurück!
Von Kai Petzke
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DM 22 000,- - das ist die Summe, die teltarif-Leserinnen und -Leser von Epc Telecom zurückfordern. Diese Phantom-Firma war im Herbst letzten Jahres aufgetreten und hatte sehr günstige Telefonate vom Handy zum Festnetz und umgekehrt beworben: In der Nebenzeit sollten nur 19 Pfennig pro Minute zu bezahlen sein! Um sich anzumelden, sollte man jeweils mindestens DM 100,- auf ein bestimmtes Konto überweisen. Die versprochenen Telefonkarten wurden jedoch nie ausgeliefert.

Im Frühjahr '99 startete teltarif die Aktion, gemeinsam eine Klage gegen epc Telecom durchzuführen. Denn der oder die Täter konnten nicht alles Geld rechtzeitig beseite schaffen - über DM 100 000,- beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft auf dem Konto von epc. Dieses kann an die Geschädigten zurückgegeben werden - vorausgesetzt, es liegt ein entsprechendes Urteil vor.

In den letzten Monaten verzögerte sich jedoch das Einreichen der Klage. Größtes Problem des beauftragten Rechtsanwaltes: Wer ist überhaupt der Schuldige? Der oder die Täter traten in Deutschland unter Pseudonym auf. Mal war es der Name "Gregor Gysi", mal "Alexander P. Berg". Da das Konto der epc auf "Gregor Gysi" lautete, wurde dieser Name auch schließlich als Beklagter gewählt.

Der nächste Schritt ist jetzt vermutlich eine öffentliche Zustellung - denn die Drahtzieher von epc sind weiterhin flüchtig. Meldet sich daraufhin niemand, ergeht ein Versäumnisurteil. Folgt der Richter der Argumentation, dass ein Betrug vorliegt, ist der Weg frei für Schadenersatz.

Selbstverständlich wird teltarif weiter berichten.