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Zukunftsvision Internet - Teil 2   "Drahtlos ins nächte Jahrtausend"


kurzzusammenfassung  30.07.1999

Teil 2     "Drahtlos ins nächte Jahrtausend"
Der vernetzte Haushalt und das in allen Belangen kommerzialisierte Internet sind das Ziel. Waschmaschine und Klimaanlage sollen selbständig feststellen, wann sie zuviel Energie verbrauchen oder zuviel Lärm machen. Etiketten an der Wäsche sollen die Waschmaschine darüber informieren, mit welchem Programm gewaschen werden soll. Und mit dem Kühlschrank surfen die Kunden direkt zum Lebensmittelhändler, wenn die Butter auf dem Brot noch fehlt. Vorreiter dafür ist die englische Firma Electrolux. Sie bietet heute schon einen Kühlschrank mit Internet-Zugang und Barcode-Lesegerät an. Mit dem Screenfridge kann die fehlende Butter und vieles andere mehr direkt am Gerät über das angeschlossene Internet bestellt werden. Mitgeliefert wird dazu ein 13-Zoll-Bildschirm. Es genügt das Einlesen des Barcodes und das anschließende Versenden der Bestellung. Darüber hinaus ist das Surfen, das Lesen von E-Mails oder sogar das Fernsehen möglich. Eine ähnliche Variante wurde bereits in Form eines Mikrowellenherdes als Surfstation vorgestellt. Noch weiter gedacht haben die Gründungsmitglieder (Intel, IBM, Nokia, Ericcson und Toshiba) der Bluetooth-Initiative. Dahinter steckt eine Technologie, mit der dem Kabelsalat der Kampf angesagt wurde. Mit Bluetooth können praktisch alle Geräte wie Computer-Devices, Handhelds oder Mobiltelefone über einen etwa Fünf-Mark-Stück großen Funkchip miteinander kommunizieren. Jedes Gerät erhält dazu ein eigene ID-Nummer, damit es nicht zu unbeabsichtigten Fehlverbindungen kommt. Sobald z.B. ein Handy oder ein Computer mit dem neuen Standard in die Nähe eines anderen Bluetooth-Gerätes kommt, soll es sofort Daten austauschen können. Kabel, Anschluß und auch eine Installation entfallen. Auf der CeBIT 99 in Hannover wurden bereits einige Anwendungen vorgestellt. So telefonierte ein Nokia-Mitarbeiter kabellos mit dem Handy in der Hosentasche und der Freisprecheinrichtung am Ohr. Intel und Nokia demonstrierten die Funkverbindung mit Datenabgleich zwischen Handy und Computer. Und Ericsson führte die Funkübertragung eines digitalen Bildes aus einer Kamera in ein Notebook vor. Theoretisch könnten diese Fünf-Mark-Stück großen Module in alle Geräte eingebaut werden, die Daten miteinander austauschen müssen. Für den Anwender würde sich bei Einsatz entsprechender Software die Handhabung der Geräte und das Verwalten von Daten auch aus dem Internet drastisch vereinfachen. Das Handy könnte seine Adreßdatenbank oder die soeben erworbenen Informationen aus dem Internet automatisch mit dem Notebook abgleichen. Der Nutzer hätte auf diese Weise seine persönlichen Daten jederzeit und ohne eigene Arbeitsschritte auf dem neuesten Stand. Derzeit funktioniert dieser Dienst jedoch nur über Entfernungen bis zu zehn Metern, ohne daß Sichtkontakt wie etwa bei einer Infrarotverbindung bestehen muß. Geplant ist eine Strecke von bis zu 100 Metern. Ohne Zweifel sind die daraus entstehenden Dienste komfortabel und effizient zugleich. Ein Manager könnte im Flugzeug E-Mails im Laptop verfassen, die nach der Landung automatisch vom Handy verschickt werden. Und nach der Rückkehr ins Büro tauscht der Laptop dann die aktuellen Termindaten automatisch mit dem Computer aus. Selbst bis in den eigenen Haushalt erstreckt sich das Einsatzfeld. Daten aus dem Internet können auf jedem angeschlossenen Gerät gleichzeitig für alle Familienmitglieder zur Verfügung gestellt werden.

Der Autor:
Jürgen Hoffmeister, Pressesprecher von POP Point of Presence GmbH, einem bundesweit tätigen Internet Full Service Provider.

Weitere Artikel der Serie: - Teil I: Auf der Überholspur ins Web vom 29.07.1999
- Teil III: Der intelligente Haushalt vom 31.07.1999

 
Kai Petzke
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre