Sammelklage

Illegale Preisabsprachen bei E-Books: Apple muss vor Gericht

Umfassende Hinweise auf Absprachen zwischen Apple und Verlagen
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Aufgedeckt: Die Schnäppchen-Tricks der Elektronik-HändlerApple muss wegen E-Books vor Gericht Auf Apple kommt in den USA neuer Ärger zu. Diesmal sind keine Patentverletzungen oder verletzte Geschmacksmuster der Grund, sondern der Vorwurf illegaler Preisabsprachen im E-Book-Geschäft. Zusammen mit großen Buchverlagen muss sich der iPad-Hersteller daher vor Gericht verantworten.

Apple soll sich vor zwei Jahren bei Einführung des iPads mit großen Verlagen zusammengetan und die Preise für E-Books angehoben haben. Laut Berichten betrug der Preisanstieg für die elektronischen Bücher Anfang 2010 innerhalb von nur drei Tagen im Schnitt 2 bis 3 US-Dollar - teilweise überstiegen die E-Book-Preise sogar die Kosten für gebundene Ausgaben. In den USA geben Verlage in der Regel nur eine Preisempfehlung, die dem Händler lediglich als Orientierung dient. Gerade Amazon machte sich dies zunutze und bot viele Werke zu sehr günstigen Preisen an, darunter Bestseller für nur 9,99 US-Dollar.

Der Kindle-Hersteller war durch seine Preispolitik ein Dorn im Auge der Konkurrenz. Der Vorwurf in der Klageschrift lautet, dass die Beteiligten versucht hätten, die Dominanz von Amazon auf dem E-Book-Markt durch die Preismanipulation zu durchbrechen. Apple und die Verlage stritten jegliche Vorwürfe ab, dennoch leitete das Justizministerium Ermittlungen ein.

Sammelklage gegen Apple und Verlage geht vor Gericht

In einer ersten gerichtlichen Anhörung vor dem US-Bezirksgericht in New York lehnte die Richterin Denise Cote einen gemeinsamen Antrag von Apple und den anderen betroffenen Unternehmen ab, die Sammelklage fallen zu lassen. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, so die Richterin, hätten die Parteien gegen das Gesetz verstoßen und müssten diesbezüglich zur Verantwortung gezogen werden. Kunden von Apples iBookstore hatten sich im August zusammengetan und die Sammelklage gegen Apple sowie die Verlage HarperCollins, Simon & Schuster, Hachette, Macmillan, Penguin und Random House eingereicht. Die nächste Anhörung vor Gericht wurde für den 22. Juni festgesetzt.

Vor einem Monat nahm sich auch das Kartellamt des Vorfalls an und leitete Ermittlungen gegen Apple und die beiden Verlage Penguin und Macmillan ein. Die drei Unternehmen gaben daraufhin an, sich vor Gericht verteidigen zu wollen. Hachette, HarperCollins und Simon & Schuster stimmten bereits zu Beginn der Untersuchungen einem Vergleich zu, um der Kartellklage zu entgehen.

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