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Li-Fi: Apple arbeitet an Datenübertragung per Licht

Höhere Datenmengen benötigen immer schnellere technische Standards. Hacker haben herausgefunden, dass Apple die Li-Fi-Technik zur optischen Datenübertragung in iOS implementiert. Doch was ist Li-Fi?
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Li-Fi: Apple arbeitet an Datenübertragung per LichtLi-Fi: Apple arbeitet an Datenübertragung per Licht Die bei mobilen Geräten beinahe ausgestorbene Infrarot-Schnittstelle könnte bald einen Nachfolger erhalten: Diverse Forschungseinrichtungen arbeiten an einer Technik namens Li-Fi, bei der die Daten per Licht übertragen werden. Marktreif ist Li-Fi noch nicht, erprobt wurde die Technik bislang nur unter Laborbedingungen.

Doch nun gibt es Hinweise darauf, dass Apple an einer Implementierung von Li-Fi in iPhone und iPad arbeitet. Appleinsider hat einen Twitter-Post eines 19 Jahre alten iOS-Jailbreakers aufgegriffen und geprüft.

Direkte Sichtverbindung und hohe Datenraten

Den Informationen zufolge hat Apple die Funktion "LiFiCapability" bereits mit iOS 9.1 in das mobile Betriebssystem implementiert. Dies geht aus einer Protokolldatei hervor, in der Änderungen und Ergänzungen zum Betriebssystem dokumentiert werden. Der Twitter-Nutzer hatte von diesem Protokoll einen Screenshot angefertigt.

Li-Fi ist eine Technik zur optischen Datenübertragung, die weder Mobilfunk noch WLAN oder Bluetooth ersetzen kann. Denn sie setzt - wie Infrarot - eine direkte Sichtverbindung voraus. Implementieren lässt sich Li-Fi beispielsweise in Lampen, aber auch in Smartphones, Tablets und andere mobile Geräte. Im Labor wurden bereits Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde erzielt, in der Praxis dürfte es erst einmal etwas weniger sein.

Auf der Senderseite wird bei Li-Fi zur Datenübertragung eine LED in schneller und für den Menschen unsichtbarer Folge an- und ausgeschaltet. Der Empfänger beinhaltet eine Fotodiode, die die Lichtsignale in elektrische Impulse umwandelt. Es muss also eine direkte Sichtverbindung bestehen, und zwischen Sender und Empfänger darf keine Wand liegen. Schon von daher ist die Technik kein Nachfolger von WLAN oder Mobilfunk, sondern maximal eine Ergänzung.

Schon vor zwei Jahren hat Oledcomm auf der CES eine Demonstration gezeigt, bei der spezielle Lampen Daten von einem MacBook per Li-Fi auf ein Smartphone übertrugen. Kurz vorher hatte Apple im Oktober 2013 einen Patentantrag für die optische Modulation mithilfe eines Bildsensors eingereicht.

Marktreif ist Li-Fi noch längst nicht, Forscher rechnen damit, dass konkrete Produkte frühestens in einigen Jahren auf den Markt kommen werden.

In einem Übersichtsartikel haben wir außer Li-Fi auch noch andere Techniken vorgestellt, die wohl noch länger auf sich warten lassen.

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