4G

Apple gibt LTE im iPhone 5 nur nach Netz-Prüfung frei

Swisscom-Kunden in der Schweiz haben zunächst das Nachsehen
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Im September stellte Apple mit dem iPhone 5 sein neuestes Smartphone-Modell vor. Wer damit gerechnet hat, dass der Hersteller ähnlich wie Samsung oder HTC alle wichtigen Frequenzbereiche des neuen LTE-Mobilfunkstandards unterstützt, wurde enttäuscht. So kann in Deutschland nur einer von drei Frequenzbereichen mit dem iPhone 5 genutzt werden.

Datenblätter

LTE gibt es hierzulande auf 800, 1800 und 2600 MHz. Die Telekom nutzt die Bereiche um 800 und 1800 MHz, Vodafone und o2 funken auf 800 und 2600 MHz. E-Plus testet LTE auf 1800 MHz, vermarktet den neuen Standard, der in Deutschland aktuell einen mobilen Internet-Zugang mit bis zu 100 MBit/s im Downstream bietet, jedoch noch nicht.

Von den in Deutschland genutzten LTE-Bändern deckt das iPhone 5 nur die Frequenzen um 1800 MHz ab. Damit ist der Funkstandard nur für Telekom-Kunden mit dem iPhone 5 nutzbar. Kunden von Vodafone und o2, die LTE mit einem Apple-Smartphone nutzen möchten, müssen auf einen iPhone-5-Nachfolger im kommenden Jahr hoffen.

"Richtige" LTE-Frequenz reicht beim iPhone 5 nicht aus

LTE mit dem iPhone 5 nur nach Freischaltung durch AppleLTE mit dem iPhone 5 nur nach Freischaltung durch Apple Doch auch wenn das eingesetzte Mobilfunknetz auf einer mit dem iPhone 5 kompatiblen LTE-Frequenz arbeitet, heißt das noch lange nicht, dass der Kunde das 4G-Netz auch mit seinem Smartphone nutzen kann. Das zeigt das Beispiel der Swisscom in der Schweiz, die LTE seit der vergangenen Woche auf 1800 MHz anbietet.

In einer Pressemitteilung zum LTE-Start räumte die Swisscom ein, mit dem iPhone 5 sei der neue Netzstandard noch nicht nutzbar. Hierzu sei ein Software-Update durch Apple erforderlich. Weiter war zu erfahren, dieses Update sei voraussichtlich im ersten Quartal 2013 zu erwarten.

Apple wählt LTE-Netze für iPhone 5 offenbar einzeln aus

Offenbar schaltet Apple die LTE-Funktion demnach im iPhone 5 nicht automatisch frei, sondern entscheidet selbst darüber, in welchen Netzen die Kunden den mobilen Breitband-Standard nutzen können. Das zeigt sich auch in Deutschland, wenn verschiedene SIM-Karten im iPhone 5 getestet werden.

Mit einer Telekom-SIM ist im Menü die Möglichkeit zu finden, LTE ein- und auszuschalten. Dafür fehlt eine entsprechende Funktion für das Ein- und Ausschalten von UMTS. Wird dagegen eine Vodafone-, Base- oder o2-Karte genutzt, dann ist der (in diesem Fall ohnehin nutzlose) LTE-Menüpunkt erst gar nicht zu sehen. Dafür besteht die Möglichkeit, 3G ein- und auszuschalten.

Nutzer, die auf ihrem iPhone 5 anstelle des Telekom.de-Schriftzugs ein eigenes Betreiberlogo eingerichtet haben, berichten in Forenposts, dass die LTE-Funktion durch diese Veränderung ebenso verlorengegangen ist. Das deutet darauf hin, dass Apple LTE explizit für die Netzpartner freischaltet, die der Hersteller auch in seiner Werbung für die 4G-Funktion des iPhone 5 erwähnt. Alle anderen Netze bleiben außen vor.

In der Vergangenheit beklagten iPhone-Nutzer zum Teil den fehlenden Menüpunkt für die Nutzung des Smartphones als Mobile Hotspot - je nachdem, welche SIM-Karte verwendet wurde. Nun beraubt der Hersteller abermals seine Smartphones um Funktionen, die technisch eigentlich möglich wären.

Gerücht: Apple schaltet LTE für iPhone 5 im Swisscom-Netz erst nach Test frei

Berichten aus Branchenkreisen zufolge will Apple zunächst das LTE-Netz der Swisscom einem Test unterziehen und erst dann die im Netz des schweizerischen Anbieters betriebenen iPhones für 4G freischalten. Normalerweise testen umgekehrt die Mobilfunk-Netzbetreiber neue Smartphones auf ihre Funktionalität, bevor sie die Geräte ihren Kunden anbieten.

Unverständlich ist die damit einhergehende Verzögerung der Möglichkeit, LTE mit dem iPhone 5 im Swisscom-Netz einzusetzen. Schließlich sind die Pläne für die Vermarktung des neuen Breitband-Mobilfunknetzes nicht neu und die Swisscom hat bereits vor geraumer Zeit einen Pilotbetrieb gestartet, den Apple für seine Tests hätte nutzen können.

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