Einsicht

Apple: "Uns fehlen Produkte, die die Verbraucher wollen"

Apple gesteht einem internen Dokument zufolge ein, dass der Markt nach Produkten verlange, die der Hersteller derzeit nicht im Angebot hat. Wir berichten über sinkende Wachstumszahlen bei iPhone-Verkäufen und darüber, mit welchen Veränderungen Apple-Kunden rechnen können.
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Kommt das iPhone 6 mit größerem Display?Kommt das iPhone 6 mit größerem Display? Apple bereitet offenbar schon seit längerer Zeit Smartphones vor, mit denen der Konzern der wachsenden Konkurrenz durch Android-, aber auch Windows-Phone-Geräte besser entgegentreten könnte. Das geht einem Bericht des Onlinemagazins The Verge zufolge aus einem internen Apple-Dokument hervor, das im Patentstreit mit Samsung vor Gericht kurz gezeigt wurde.

Es handelt sich demnach nicht um ein Gerücht, sondern um handfeste Fakten, wobei es bislang nicht bekannt ist, wann und in welcher Form der Hersteller von iPhone und iPad auf die durch interne Analysen gewonnenen Erkenntnisse reagieren wird. Ursprünglich wurde das Dokument dem Bericht zufolge von Apples Marketingchef Phil Schiller auf einem internen Meeting des Herstellers verwendet.

Nachfrage nach Highend-Geräten sinkt

Wie die aufgrund des Gerichtsprozesses durchgesickerten Informationen aus dem Dokument zeigen, setzt sich Apple offenbar generell mit der gesunkenen Nachfrage nach teuren Oberklasse-Smartphones auseinander. Dagegen steige der Bedarf nach günstigeren Geräten, mit denen sich auch neue Käuferschichten erschließen ließen. In einer Grafik wird auch die sinkende Wachstumsrate bei den iPhone-Verkäufen veranschaulicht, die die gewonnene Erkenntnis noch untermauert.

Neben günstigeren Geräten verlange der Markt heutzutage auch nach Smartphones mit größeren Displays als sie Apple derzeit anbiete. Das iPhone hatte bei den in den Jahren 2007 bis 2011 veröffentlichten Modellen einen Touchscreen von 3,5 Zoll. Das war 2007 vergleichsweise groß. Die meisten anderen seinerzeit verfügbaren Smartphones wie der Nokia Communicator oder das Blackberry verfügten über eine physische Tastatur und einen entsprechend kleinen Bildschirm.

Erst 2012 ist Apple beim iPhone zu einem 4-Zoll-Display übergegangen. Die meisten Android-Konkurrenzprodukte haben aber mittlerweile Touchscreen-Größen um 5 Zoll. Dazu gibt es Phablets mit noch viel größerem Display. Selbst die Mini-Versionen der Smartphones von HTC, Samsung oder Sony kommen mit Bildschirmen, die größer als der aktuelle iPhone-Touchscreen sind.

Netzbetreiber kritisieren Apple

Wachsende Kritik an Apple gibt es dem Bericht zufolge auch von Seiten der Mobilfunk-Netzbetreiber, die sich an den Apple-Regularien störten, die sie erfüllen müssten, wenn sie offizielle Vermarktungspartner für das iPhone werden möchten. So ist auch aus Kreisen der deutschen Netzbetreiber immer wieder zu hören, Apple sei ein besonders "schwieriger" Partner.

Interne Apple-Grafik zeigt sinkende Wachstumsraten bei iPhone-VerkäufenInterne Apple-Grafik zeigt sinkende Wachstumsraten bei iPhone-Verkäufen Angesichts dieser Defizite verwundert es nicht, dass Phil Schiller den Schluss zieht, dass der Markt nach Produkten verlange, die Apple nicht im Angebot habe. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die Gerüchte bestätigen, nach denen die für dieses Jahr erwartete iPhone-Generation gleich mit zwei verschiedenen Display-Größen aufwartet.

Eher halbherzig ist zumindest der bisherige Ansatz, ein aktuelles iPhone-Modell günstiger anzubieten. So verkauft Apple das iPhone 5C inzwischen auch in einer Version mit nur 8 GB Speicherplatz, die jedoch beim Hersteller selbst nur 50 Euro günstiger als das 16-GB-Modell ist. Mit einem offiziellen Verkaufspreis von 549 Euro ist das iPhone 5C ferner alles andere als ein Angriff auf den inzwischen recht großen Markt der Mittelklasse-Smartphones mit Preisen um oder unter 300 Euro.

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