
Massive Hacker-Angriffe auf US-Unternehmen
Apple hat ein Sicherheitsupdate für die
Mac-Version von
Java veröffentlicht. Das Update schließt eine
Sicherheitslücke in dem Dienstprogramm und deinstalliert das zu Java
gehörende Browser-Plugin, das zum Einfallstor für Schadsoftware von
manipulierten Webseiten werden könnte. Wer Java in Safari oder
Firefox weiter nutzen will, muss das Plugin von Hand neu
installieren, teilte die
US-Firma mit. Hacker hatten die bisher
unbekannte Java-Lücke zuvor für einen Angriff auf Apple ausgenutzt.
Daten von Nutzern sollen dabei aber nicht entwendet worden sein.
Betroffen sind Lion und Mountain Lion, die beiden aktuellsten
Versionen von Mac OS X. Mac-Nutzer können das Update über einen Klick
auf die Option "Softwareaktualisierung" installieren, die sich hinter
dem Apfel-Symbol oben links in der Menüleiste des Betriebssystems
verbirgt.
Massive Welle von Hacker-Angriffen auf US-Unternehmen
US-Unternehmen sind einer massiven Welle von
Hacker-Angriffen ausgesetzt. Die Attacken kommen aus allen
Richtungen: Unbekannte Witzbolde kaperten die Twitter-Profile von
Burger King und Jeep, mutmaßliche Kriminelle aus Osteuropa drangen
auf Computer bei Facebook und Apple sowie Dutzender anderer Firmen
vor. Ein Schaden für Nutzer ist bisher nicht bekanntgeworden. Die
Attacken fiel mit US-Vorwürfen gegen mutmaßliche Hacker aus China
zusammen, die jedoch diesmal nicht beteiligt gewesen sein sollen.
Apple räumte ein, dass "eine geringe Anzahl" von
Computern von Mitarbeitern von Schadsoftware befallen gewesen sei. Es
gebe aber keine Hinweise darauf, dass irgendwelche Daten das
Unternehmen verlassen hätten. Auch Facebook hat nach Angaben vom
Wochenende keine Anzeichen dafür, dass Nutzerdaten in Mitleidenschaft
gezogen worden seien.
Ermittler vermuteten die Urheber der Attacken in Osteuropa und
hätten in zumindest einem Fall die Spur in die Ukraine
zurückverfolgt, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.
Mindestens 40 Unternehmen seien betroffen. Ziel sei es wohl gewesen,
Informationen wie Firmengeheimnisse zu sammeln, die später
weiterverkauft werden können. Zudem kann man Wissen über Mitarbeiter
für personalisierte Angriffe zum Beispiel per E-Mail einsetzen, und
dadurch ins Firmen-Netzwerk gelangen.
Für die Attacken wurde laut US-Medienberichten eine infizierte
Website für Entwickler mobiler Programme benutzt. Demnach soll es
eine Seite mit Namen "iphonedevsdk" gewesen sein, Experten warnten
davor, sie auch jetzt noch anzusteuern, weil sie weiterhin gefährlich
sein könnte. Manche Sicherheitsexperten bezeichnen die Taktik als
"Attacke am Wasserloch" - weil die Opfer selbst aus verschiedenen
Richtungen zu den Angreifern kommen. Auf der nächsten Seite erfahren Sie, warum sich die zunehmenden Hacker-Angriffe für Twitter zu einem ernsthaften Problem entwickeln.
Hacker-Angriffe entwicklen sich für Twitter zu ernsthaftem Problem
Bei Facebook und Apple lagern hunderte Millionen von Nutzerdaten,
im Vergleich zu den Angriffen auf diese Giganten wirken die Hacks bei
Twitter-Konten wie relativ harmlose Streiche. Lästig sind sie
dennoch: Am Dienstag wurde das Twitter-Konto der Automarke Jeep von
Unbekannten gekapert - nur einen Tag nachdem das gleiche der
Fast-Food-Kette Burger King passierte.
Die Parallelen der Angriffe bei Jeep und der Hamburger-Kette waren
unübersehbar: Die Internet-Witzbolde erklärten bei Twitter den
Verkauf der Geländewagen-Marke an den Konkurrenten Cadillac. Bei
Burger King hatte es geheißen, das Unternehmen gehöre jetzt zu
McDonald's, "weil der Whopper gefloppt ist". Wie am Vortag folgten
Foto-Scherze über den angeblichen Drogenkonsum von Mitarbeitern.
Wie die Angreifer die Profile aufknackten, ist unklar.
Jeep bekam erst nach über einer Stunde die Kontrolle über den Twitter-Account wieder zurück. Das Unternehmen nahm den Angriff aber mit Humor: Die Mitarbeiter
schlugen ihren Kollegen bei Burger King vor, sich bei einem Burger über
die Vorfälle auszutauschen und boten dazu ihre Fahrdienste an.
Vorgetäuschter Hacker-Angriff als Werbe-Gag
Für Twitter entwickeln sich die Hacker-Angriffe aber zu einem
ernsthaften Problem: Der Kurzmitteilungsdienst ist auf Unternehmen
als zahlende Kunden angewiesen. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der
die Hacker ein Firmenkonto nach dem anderen aufknacken, schadet dem
Image. Besonders unangenehm: Die Profile trugen die ganze Zeit über
das blaue Häkchen eines von Twitter selbst bestätigten Accounts.
Am Montag hatte es gut eine Stunde gedauert, bis Twitter das gehackte
Profil von Burger King blockierte. Das Unternehmen bekam es einen
halben Tag später wieder zurück.
Bei Twitter können bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten sowie
Links zu Webseiten, Bildern oder Videos an die Abonnenten verbreitet
werden. Auch immer mehr Unternehmen nutzen den Dienst als
Marketing-Kanal oder zur Kommunikation mit ihren Kunden. Zudem können
sie Werbung schalten oder sich mit bezahlten Tweets bei den Nutzern
bemerkbar machen.
Auf dieser Welle täuschten der Musiksender MTV und der TV-Kanal
BET eine Übernahme ihrer Twitter-Konten durch Hacker als Werbe-Gag
vor. So hieß MTV bei Twitter plötzlich "Hacked MTV!". Erst nach fast
einer Stunde wurde der Scherz aufgelöst. Viele Twitter-Nutzer zeigten
sich sauer, weil sie darauf hereingefallen waren.
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