Anonymus will Facebook angreifen
Vor einem angedrohten Angriff auf
Facebook hat das
weltgrößte Online-Netzwerk betont gelassen auf die Aufrufe reagiert.
"Wir erwarten einen möglichen Angriff von Anonymous genauso, wie wir
andere Angriffe an jedem anderen Tag erwarten", erklärte das
Unternehmen in einem Facebook-Eintrag. "Aufgrund unserer Größe drohen
uns die gleichen Gefahren, wie sie überall im Internet zu finden
sind." Facebook habe geeignete Systeme aufgebaut, um sich allen
Herausforderungen seiner Sicherheit zu stellen.
Der Aufruf von Unbekannten zu einer "Operation Facebook" am
5. November wurde Anfang August im Internet veröffentlicht, im Namen der
internationalen Hackergruppe Anonymous. Der Sprecher in dem Video
begründete die Drohung damit, dass das Soziale Netzwerk die
Privatsphäre seiner Mitglieder nicht respektiere. Das über YouTube
verbreitete und mehrere hunderttausend Mal angesehene Video wurde in
der Szene kontrovers diskutiert. Etliche Aktivisten von Anonymous
distanzierten sich davon.
Ein DDoS-Angriff auf Facebook sei eine falsche Aktion, schrieb heute
der Betreiber des Twitter-Accounts @anonops. Bei einem
DDoS-Angriff werden zahllose Computer zusammengeschlossen, um einen
Web-Server so lange mit sinnlosen Datenanfragen zu überhäufen, bis
dieser deswegen nicht mehr erreichbar ist.
Datenpakete einer DDoS-Attacke lassen sich filtern
Der Sicherheitsexperte Eddy Willems von der Bochumer Softwarefirma
G Data sagte der Nachrichtenagentur dpa, zwar könne der Webauftritt
eines großen Unternehmens schon mit etwa 1 000 bis 2 000 PCs gestört
werden. "Bei geeigneten Vorkehrungen aber lassen sich die Datenpakete
der Angreifer nach kurzer Zeit ausfiltern, so dass ein Angriff ins
Leere läuft." Wenig wahrscheinlich sei ein erfolgreicher Angriff auf
die Datenbanksysteme hinter den Web-Servern, sagte Willems.
Anonymous trat erstmals 2008 mit Protestaktionen gegen die
Organisation Scientology in Erscheinung. Die politische
Hackerbewegung hat nach eigenen Angaben keine Führung, keine feste
Organisation und keine Zentrale. Mitglieder und Sympathisanten, unter
ihnen auch Aktivisten in Deutschland, verbinden sich ad hoc zu
einzelnen "Operationen".
Der 5. November ist der Jahrestag eines geplanten
Sprengstoffanschlags auf das Parlament in London und auf den
englischen König Jakob I. im Jahr 1605. Anführer der Verschwörer war
der katholische Offizier Guy Fawkes, der daraufhin hingerichtet
wurde. An das versuchte Attentat erinnert der englische Kinderreim:
"Remember, remember the fifth of November". Die Maske von Guy Fawkes
aus einem 2005 gedrehten Film tragen Anonymous-Mitglieder bei
öffentlichen Demonstrationen.
Video: Der Aufruf von Anonymous
Den im August bei YouTube online gestellten Aufruf von Anonymus sehen Sie hier.