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Android N: Developer Preview mit Multi-Window-Funktion veröffentlicht

Google erlaubt einen ersten Blick auf Neuerungen des noch immer namenlosen Android N. Der Nachfolger von Marshmallow kommt unter anderem mit einer Multi-Window-Funktion.
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Google hat eine erste Developer Preview für Android N veröffentlicht.
Google hat eine erste Developer Preview für Android N veröffentlicht.
Google hat am frühen Abend eine erste Preview-Version von Android N veröffentlicht. Diese gibt eine Vorschau auf Features der kommenden Android-Version, die einen Codenamen beginnend mit dem Buchstaben N erhalten wird. Derzeit ist dieser Spitzname allerdings noch nicht bekannt. Der Google-Manager Hiroshi Lockheimer spricht deswegen von "N, as in: so early, it’s Not Named yet" (N wie: So früh, dass es noch keinen Namen trägt). Auch eine Versionsnummer steht noch nicht fest, die vielen neuen Features lassen aber einen Sprung auf Android 7.0 wahrscheinlich erscheinen. Die neue Android-Version soll im

Die Android N Developer Preview steht für neuere Nexus-Devices zur Verfügung: Nexus 6, Nexus 9, Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus Player, Pixel C. Das schon mehr als zwei Jahre alte Nexus 5 erhält keine eigene Version der Preview.

Android N bringt zwei Apps auf einen Screen

Mit Android N ergänzt Google Android um ein - vor allem auf Tablets und großen Smart­phones - praktisches Feature: Künftig können zwei Apps parallel auf dem Bildschirm angezeigt werden. Dafür müssen die Apps jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen und eine spezielle API nutzen, damit Android weiß, wie der Inhalt anzuzeigen ist.

Zwei Apps im Splitscreen-Modus auf einem Smartphone
Zwei Apps im Splitscreen-Modus auf einem Smartphone
Demnach ist fraglich, ob sich grundsätzlich alle Apps für dieses Feature eignen. Die von Google veröffentlichten Screenshots zeigen, dass das Feature auch auf Smart­phones vorhanden sein wird.

Ein Blick auf weitere Möglichkeiten des Multi-Window-Features von Android N.
Ein Blick auf weitere Möglichkeiten des Multi-Window-Features von Android N.
Auch die Interaktion mit Benachrichtigungen hat Google überarbeitet. So sollen Nutzer nun direkte Antworten verschicken können, soweit eine App die nötigen Routinen dafür bereitstellt. Apps können des Weiteren mehrere Nachrichten als Gruppe kenntlich machen - Android verwaltet dann die Anzeige im Nachrichtenbereich und erlaubt, gruppierte Nachrichten einer App ein- und auszuklappen. Mit Hilfe eines Screenshots zeigt Google recht genau, wie das aussieht. In diesem ist ebenfalls zu sehen, dass Google die Quick-Settings deutlich überarbeitet hat. Diese sind nun im Hauptbereich der Notifications als eine Reihe zu sehen.

Neue Quick-Settings und Funktionen für Notifications.Neue Quick-Settings und Funktionen für Notifications. Die nächste Android-Version wird auch unter der Haube einige Neuerungen enthalten. So können App-Entwickler beispielsweise Java-8-Features nutzen. Google hat außerdem einige Neuerungen für den Doze-Mode entwickelt, wodurch das System in einen Stromsparmodus verfallen kann, wenn das Display ausgeschaltet wird (in Marshmallow geschieht dies nur, wenn das Smartphone außerdem an einem Ort bleibt und sich somit nicht bewegt).

Einfachere Installation der Developer Preview

Google hat darüber hinaus einen neuen Installations-Mechanismus der Preview-Firmware entworfen. Künftig soll die Software im Rahmen eines Android-Beta-Programms Over-the-Air verteilt werden. Dafür muss sich ein Interessent nur auf einer speziellen Seite anmelden. Weitere Details wird Google noch bekannt geben. Laut AndroidPolice.com wird das Beta-Programm auf http://g.co/androidbeta seine Heimat finden. Bisherige Preview-Versionen für Entwickler mussten manuell als Firmware-Image geflasht werden - ein nicht ganz simpler Prozess.

Wann erscheint Android N?

In seinem Post geht Hiroshi Lockheimer kurz auf den Veröffentlichungszeitplan von Android N ein:

By releasing the first preview and asking for your feedback now (in March!), we’ll be able to act on that feedback while still being able to hand off the final N release to device makers this summer, so they can get their hands on the latest version of Android earlier than ever.
Lockheimer nennt also den Sommer als Termin, zu dem Google die finale Software an die Smart­phone-Hersteller geben möchte. Zu diesem Zeitpunkt dürften jedoch Endkunden (auch der Nexus-Devices) noch kein N-Update erhalten. Stattdessen erscheint wahrscheinlich, dass Google daran festhalten wird, die fertige Version von Android N im Herbst zu veröffentlichen.

Von der frühen Veröffentlichung der Developer Preview verspricht sich Google, dass Entwickler früher von den neuen Möglichkeiten des Betriebssystems Gebrauch machen. Insbesondere die neue Multi-Window-Funktion und die erweiterten Funktionen des Notification-Bereichs dürften bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben - denn hier müssen App-Entwickler handeln. Aktuell sei die Preview-Software für Entwickler gedacht und nicht für Consumer, die damit durch den Smart­phone-Alltag kommen möchten. Google will mehrfach Updates für die Developer Preview veröffentlichen.

Ob hinter den Kulissen auch daran gearbeitet wird, die Fragmentierung der Android-Versionen zu lindern, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass spannende neue Funktionen, die frühzeitig von App-Entwicklern verwendet werden, ein gutes Druckmittel sind, die Entwicklung von Android-Updates zu beschleunigen.

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