Ausblick

Vodafone plant neues Bündelangebot und mehr LTE-Abdeckung

In einem Interview betont Vodafone-Chef Ametsreiter, dass er sein Unternehmen gut aufgestellt sieht - sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk. Das eigene Netz sei dem der Telekom überlegen.
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Vodafone-Deutschland-Chef Hannes AmetsreiterVodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter Wer heute im Handelsblatt blättert, stößt auf Seite 25 auf ein Foto von Hannes Ametsreiter, dem seit Oktober amtierenden Vodafone-Deutschland-Chef. Er hat dem Handelsblatt in einem Interview gegeben, in dem er über die Zukunft von Vodafone und die Vorteile des eigenen Netzes, aber auch über die Telekom spricht. Über den Ärger von Vodafone über ausbleibende Telekom-Techniker hatten wir heute Morgen bereits berichtet.

Ametsreiter sieht das Unternehmen, an dessen Spitze er steht, gut aufgestellt. Langfristig sei Vodafone mit der Glasfaser-Kabel-Struktur im Breitbandmarkt gut aufgestellt. Das Unternehmen verfüge über 400 000 Kilometer Kabel-Glasfaserinfrastruktur, die nach und nach auch mit dem Mobilfunknetz verzahnt wird. In Sachen Breitbandanbindung gehören die nächsten hundert Jahre aus seiner Sicht der Glasfaser. "Die Telekom kann mit ihrem Netz schon heute nicht mehr mit unseren Geschwindigkeiten mithalten, weil es zum großen Teil immer noch aus musealen Kupferleitungen besteht."

Vodafone könne im Kabel schon bald 400 MBit/s im Downstream anbieten. Diese Geschwindigkeitsstufe hatte Unitymedia im Januar eingeführt. Perspektivisch seien bis zu zehn Gigabit/s möglich. Dafür muss Vodafone die Glasfaserleitung jedoch auch nach und nach immer näher an die Wohnung des Kunden heranführen.

Auch im Mobilfunk gehe es voran. Derzeit könne Vodafone bereits in 84 Prozent Deutschlands LTE anbieten, im Sommer sollen es 90 Prozent sein. Auch hier hat Vodafone eine langfristige Perspektive und forscht an 5G, der nächsten Netzinfrastruktur. Der Standard ist für 2020 zu erwarten.

Neues Bündel-Angebot

Ende vergangenen Jahres hatte Vodafone das Bündelangebot Red One gestartet, im Prinzip eine Art MagentaEINS von Vodafone. Dabei werden Festnetz, Mobilfunk und bei Bedarf auch Fernsehen zu einem Tarif verschmolzen. Doch dabei will Vodafone es nicht belassen. "Wir denken gerade intensiv über ein neues Bündelangebot nach, wozu ich aber noch nichts verraten möchte", so Ametsreiter gegenüber der Wirtschaftszeitung. In den kommenden zwölf Monaten soll es aber zu haben sein.

Zuletzt hatte Vodafone im Geschäftskundensegment die Allianz als Großkunden verloren. Ametsreiter kommentierte das im Interview mit "You win some, you lose one" [Du gewinnst jemanden, du verlierst jemanden]. Er ist erstaunt, dass in Deutschland über den Verlust einzelner Kunden berichtet wird und verwies darauf, in den vergangenen Jahren zahlreiche Großkunden wie Mercedes, Siemens, die Deutsche Bank und die Deutsche Bahn gewonnen zu haben. Die Vorwürfe von Allianz die Qualität des Netzes betreffend, kann er nicht nachvollziehen.

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