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Kindle Fire HD 8 im Test: Das ging schon besser, Amazon!

Amazon hat in diesem Herbst wieder neue Tablet-Modelle vorgestellt. Wir haben das Kindle Fire HD 8 im Test näher in Augenschein genommen und verraten, was das 160-Euro-Tablet von Amazon leistet.
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Mitte September hat Amazon seine aktuelle Tablet-Reihe vorgestellt, zu der auch das Kindle Fire HD 8 gehört. Das Tablet bietet der Online-Händler in einer Version mit 8 GB und einer Version mit 16 GB Speicher sowie in verschiedenen Farben an. Mit Startpreisen von knapp 160 Euro scheint das Kindle Fire HD 8 recht günstig zu sein. Doch kann das Gerät auch die Erwartungen erfüllen? Wir haben das Fire HD 8 im Test näher angeschaut und sagen, welchen Eindruck das Amazon-Tablet hinterlassen hat.

Am Gehäuse gespart

Kindle Fire HD 8 im TestKindle Fire HD 8 im Test Bereits auf den ersten Blick fällt die längliche Form des Kindle Fire HD 8 ins Auge. Trotz seines 8-Zoll-Formats lässt sich das Tablet in einer Hand halten, auch ohne diese übermäßig strecken zu müssen. Insgesamt hätte Amazon das Kindle Fire HD 8 aber etwas kompakter gestalten können. Auf die eigentliche Display­diagonale von 20,5 Zentimetern müssen noch drei zusätzliche Zentimeter in der Diagonale zugerechnet werden, bei denen es sich nur um die Display­umrandung handelt. Gerade ober- und unterhalb des Screens fällt die ungenutzte Fläche mit jeweils zwei Zentimeter Breite sehr groß aus, rechts und links vom Screen sind es jeweils knapp ein Zentimeter Rahmen­fläche.

Amazon Fire HD 8
Das Tablet ist mit 7,7 Millimeter recht dünn und mit 306 Gramm vergleichsweise leicht. Bei der Wahl des Materials hat Amazon jedoch gespart. Das gesamte Gehäuse besteht aus Kunststoff, leider zum Teil mit hoch­glänzender Oberfläche. Bereits nach kürzester Zeit sieht das Kindle Fire HD 8 beschmiert aus, da auf der Klavierlack-Rückseite jeder Fingerabdruck haften bleibt. Im Vergleich beispielsweise mit dem Kindle Fire HDX fehlen dem Gerät auch die gummierten Gehäuse­komponenten, die für einen sicheren Halt sorgen. Das Fire HD 8 ist rutschig und liegt nicht so sicher in der Hand wie wir es gern hätten.

Die Tasten befinden sich an der oberen Schmalseite und erwecken lediglich den Eindruck, aus Metall gefertigt zu sein. In Wahrheit verwendet Amazon jedoch Silber gefärbtes Plastik. Die beiden Tasten der Lautstärke­wippe sind durch eine spürbare Rille voneinander abgetrennt, sodass Nutzer die Lauter- und Leiser-Taste auch ohne hinzusehen unterscheiden können. Der Clou: Egal wie herum das Tablet gehalten wird, die linke bzw. die untere Taste ist immer die, die den Ton leiser stellt. Amazon hat die Tasten nämlich so programmiert, dass sie ihre Belegung je nach Position ändern.

Kindle Fire HD 8 im Test
Gehäuse und Tasten bestehen aus Kunststoff, die Rückseite ist in Klavierlack-Optik gehalten

Display nur mit HD-Auflösung

Wie der Name es bereits andeutet, löst das Kindle Fire HD 8 nur in HD auf, genauer gesagt 1280 mal 800 Pixel. Auch die anderen aktuellen Tablets des Unternehmens haben diese oder sogar mit 1024 mal 600 Pixel eine weniger scharfe Auflösung. Mehr Pixel gab es von Amazon bislang nur beim Kindle Fire HDX (hier im Test), das mit einem QHD-Display ausgestattet ist. Geschützt wird das 8-Zoll-IPS-Display durch Gorilla Glass 4, wobei die Oberfläche aber ebenso anfällig für Finger­abdrücke ist wie die Klavierlack-Rückseite.

Die HD-Auflösung beim Fire HD 8 macht sich leider negativ bemerkbar. Einzelne Pixel lassen sich je nach Abbildung deutlich erkennen. Zudem spiegelt die Glasoberfläche, was je nach Einsatzort die Ablesbarkeit beeinträchtigt. Immerhin: Bei maximaler Helligkeit strahlt der Bildschirm und Farben wirken noch leuchtender. Insgesamt wirkt die Farbgebung des Displays sehr ausgewogen und natürlich, Farbstiche konnten wir nicht feststellen. Auch der Blickwinkel ist stabil, sodass bei sehr schräger Sicht auf den Screen kaum Farb­veränderungen bemerkbar sind.

Kindle Fire HD 8 im Test
Die Blickwinkel im Detail

Kindle: Zugang zur Amazon-Welt

Amazon setzt bei dem Tablet auf ein 16:9-Format, was der Aufgabe des Gerätes besser gerecht werden soll. Denn das Fire-Tablet ist - wie die anderen Kindle-Geräte von Amazon auch - ganz auf die Angebote des Online-Händlers ausgelegt. Nutzer sollen und können mit dem Fire HD 8 auf das Video- und Musik-Sortiment des Unternehmens zugreifen, bei Amazon erworbene E-Books lesen und Games aus dem Amazon App-Shop spielen. Zudem steht ihnen die ganze Bandbreite des direkt angeschlossenen Online-Shops zur Verfügung.

Als Betriebs­system setzt Amazon auf das Fire OS 5 alias Bellini, das auf Android 5.1 Lollipop aufgebaut ist. Die Nutzer­oberfläche erinnert nun zwar wieder mehr an das klassische Android, ist aber weiterhin auf die Dienste von Amazon angepasst. Zugriff auf klassische Google-Anwendungen haben Nutzer des Kindle Fire HD 8 nicht: Statt auf Google Mail setzt das Unternehmen beispielsweise auf Amazon WorkMail und statt mit dem Chrome-Browser surfen Nutzer mit Amazon Silk. Auch der Google Play Store steht auf dem Fire-Tablet nicht zur Verfügung, Amazon bietet stattdessen Zugriff auf den eigenen App-Shop. Die Auswahl an Anwendungen im Amazon App-Shop ist zwar in der letzten Zeit weiter gewachsen, kann aber nicht mit dem Google-Pendant mithalten.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, welche weiteren Einschränkungen Kindle-Fire-Nutzer im Vergleich zum "echten" Android machen müssen, wie das Tablet im Leistungstest abschneidet und lesen mehr über die Akkulaufzeit. Außerdem finden Sie dort unser Testfazit.

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