Streaming-Box

Amazon Fire TV: Videostreaming mit (Prime) Instant Video im Test

Amazons Fire TV stellt den Dienst (Prime) Instant Video ganz in den Vordergrund. Über mehrere Menüpunkte sind Filme und Serien zu erreichen. Wir haben getestet, wie sich Bild- und Tonqualität sowie Bedienung schlagen.
AAA
Teilen

Der Startscreen der Amazon-Fire-TV-BoxDer Startscreen der Amazon-Fire-TV-Box Seit gut zwei Wochen ist Amazons Fire TV auf dem Markt. Unser erster Test zeigte, dass die Box mit einigen Features überzeugen kann. Seither haben wir die Box auf Herz und Nieren getestet. Heute stellen wir Ihnen die Video-Funktionen von (Prime) Instant Video auf dem Fire TV genauer vor.

Benutzeroberfläche des Fire TV

Unsere Erfahrungen mit Prime Instant Video waren nicht ungetrübt positiv: Die Auswahl war recht groß - das Angebot an Filmen und Serien mit Originalton dagegen gering. Die Sprache ließ sich während der Wiedergabe nicht umstellen.

Das Hauptmenü der Fire-TV-Konsole zeigte vielfältige Empfehlungen von Serien und Filmen an - vorab ausgewählte Filme und Serien für die eigene Watchlist nahmen aber nur einen geringen Platz in den Menüs ein. Das erleichterte es zwar, neuen Content aufzufinden, führte aber auch dazu, dass der Zugriff auf selbst markierte Filme oder Videos unübersichtlich war: Das galt insbesondere für den Menüpunkt der eigenen Watchlist. Amazon zeigte dort in unserem Test in einer einzigen seitlich scrollbaren Box die ausgewählten Videos an. Hier wäre eine detailliertere Aufschlüsselung nach Serien und Filmen oder anderen Kriterien wünschenswert - zumal der Platz dafür vorhanden wäre: Große Teile des Bildschirms blieben bei diesem Menüpunkt einfach dunkelgrau.

Videostreaming nicht einwandfrei

Die Watchlist lässt viel PlatzDie Watchlist lässt viel Platz Auch technisch gab es Nachholbedarf: In seltenen Fällen stoppte das Video und lief nicht mehr an - Kapazitätsengpässe der Server sind natürlich immer möglich. Wir mussten in einem solchen Fall mit dem Abspiel-Knopf Hilfestellung leisten, damit die Wiedergabe nach rund 20 Sekunden wieder anlief.

Die Bildqualität war im Falle von Star Trek Voyager im Rahmen unserer Erwartungen - die Serie liegt nicht in HD vor. Bei der neueren Produktion Damages waren wir aber etwas enttäuscht. Das hing auch damit zusammen, dass die Fire-TV-Box nur die ersten Sekunden in HD streamte - danach erlosch die HD-Anzeige und es kamen nur Video-Signale in SD durch die Leitung. Manuell ließ sich HD nicht aktivieren. An der Internetleitung sollte es nicht gelegen haben: Von den maximal erreichbaren 16,2 MBit/s (Angabe im Router-Menü) nutzte der SD-Videostream im Durchschnitt gerade einmal 3 MBit/s. Zu Beginn lasen wir eine Übertragungsrate von 6 bis 8 MBit/s aus - hier war kurzzeitig HD aktiviert. Wir versuchten auch, die Fire-TV-Box per Kabel direkt mit dem Router zu verbinden, um ein schwaches WLAN-Signal als Ursache auszuschließen. Bessere Ergebnisse (v.a. ein HD-Signal) erhielten wie dadurch jedoch nicht.

Auch die Serie Breaking Bad und der Film Zero Dark Thirty standen auf unserer Liste - nicht zuletzt, weil uns bei diesen ein Vergleich mit der jeweiligen Blu-ray-Fassung möglich ist. In beiden Fällen trat das beschriebene Phänomen auf, dass HD nur kurzzeitig aktiv war - nach wenigen Sekunden reduzierte sich die Auflösung des Bildes erkennbar. Die Übertragungsrate des SD-Bildes lag zwischen 6 und 9 MBit/s - also höher als bei den anderen Videos. Die Bildqualität beider Videos war weit von HD- oder gar Full-HD-Qualität entfernt.

Immerhin ruckelte das (SD-)Bild in unserem Test nicht. Hier hat Amazon also ganze Arbeit geleistet. Die Tonausgabe erfolgte je nach Sendung in Dolby Digital Stereo oder im Format Dolby Digital Plus mit 5.1 Raumklang - Filme sollen teilweise sogar mit 7.1-Tonspur vorliegen. An unserer Heimkinoanlage kam der Ton der Videos unbearbeitet an, nachdem wir in den Einstellungen des Fire TV die Passthrough-Ausgabe über HDMI aktivierten.

Weitere Dienste: Netflix, Watchever und maxdome kommen später

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das dürfte Amazon vor der eigenen Haustür zwar etwas anders sehen, dennoch wäre für Kunden eine Versorgung mit weiteren Video-Diensten hilfreich. Darauf müssen Nutzer aber noch ein wenig warten, denn Netflix, maxdome und Watchever starten erst im Herbst oder gar nächstes Jahr. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es neben Amazons eigenem Videodienst keine weiteren kommerziellen Unterhaltungs-Dienste. Verfügbar sind aber noch eine Reihe von Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender.

Die Fire-TV-Box kann derzeit für Instant-Video-Nutzer eine gute Möglichkeit darstellen, den Dienst auf dem Fernseher zu nutzen. Andere Video-Dienste lassen noch auf sich warten.

Teilen

Mehr zum Thema Amazon Fire TV