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Eigener Erfolg wird Amazon zum Verhängnis

23.07.2010
09:36

Hohe Rabatte an Online-Shopper drücken den Gewinn

Der eigene Erfolg ist Amazon zum Verhängnis geworden: Um die Menschen zum Kaufen zu bewegen, hat der weltgrößte Onlinehändler sie mit günstigen Preisen und vielfach kostenlosem Versand gelockt. Das drückte den Gewinn im zweiten Quartal deutlich unter die erwarteten Zahlen. Amazons Aktie brach am Donnerstag nachbörslich um 15 Prozent ein. Beobachter sprachen von einem "Schlachtfest". Die Anleger waren nicht gewohnt, dass Amazon sie so sehr enttäuscht. Dabei sahen die Zahlen auf den ersten Blick sehr gut aus: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Der Gewinn legte um 46 Prozent auf unterm Strich 207 Millionen Dollar zu. Online-Shopping bei Amazon
Online-Shopping

Nach der Wirtschaftskrise geht es langsam wieder bergauf und das Geld sitzt wieder lockerer. Bei einigen Produkten, wie dem Verkaufsschlager "Kindle" musste Amazon aber mit Rabatten nachhelfen, um sie loszuwerden. Das Lesegerät für elektronische Bücher gibt es je nach Ausführung rund ein Viertel billiger als früher. Grund für die Reduzierung war die starke Konkurrenz durch Apples Tablet-Computer iPad und das Lesegerät nook der US-Buchhandelskette Barnes & Noble. Das wird weiterhin noch im laufenden dritten Quartal auf den Gewinn drücken. Auch hier liegt Amazons Prognose deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos versuchte, die Börsianer davon zu überzeugen, dass seine Strategie die richtige ist: "Wir sehen ein rasantes Wachstum beim Kindle." Im abgelaufenen Quartal seien dreimal mehr Lesegeräte verkauft worden als vor einem Jahr. Auch die Bestellungen über die boomenden Smartphones hätten kräftig zugelegt, unterstrich Bezos.

Preissenkung für Kindle

Amazon hatte vor einigen Wochen den Preis für das Standartmodell seines Kindle von 259 auf 189 Dollar heruntergesetzt; den modernisierten größeren Bruder Kindle DX gibt es für 379 statt 489 Dollar plus Steuern. Die Kunden griffen zu: In den USA liefert Amazon mittlerweile fast doppelt so viele E-Books aus wie gebundene Bücher (wir berichteten). Abseits des Kindle brummt vor allem das Geschäft mit Elektronikartikeln. Mittlerweile setzt Amazon mit Digitalkameras oder Staubsaugern mehr um als mit Büchern, CDs und DVDs. Der wichtigste Markt ist immer noch Nordamerika, doch der Rest der Welt holt auf. Seit kurzem vertreibt Amazon in Deutschland auch Lebensmittel.

Am Vortag hatte bereits das rivalisierende Online-Auktionshaus Ebay gute Geschäfte und steigende Nutzerzahlen vermeldet. Zwischen beiden tobt ein Kampf um die Kunden. Amazon wuchs zuletzt deutlich schneller.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre