Vorsicht

Lithium-Akkus: Gefährliche Stromspeicher?

Lithium-Akkus stecken nicht nur in Notebooks, Smartphones oder Tablets. Sie treiben auch Akkuschrauber, Drohnen oder E-Bikes an. Das Problem: Eine defekte Lithium-Zelle kann sich bis auf 800 Grad erhitzen und eine Kettenreaktion bis hin zur Explosion hervorrufen.
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Lithium-Akkus: Gefährliche Stromspeicher?Brandgefahr: Lithium-Akkus nicht an irgendein Ladegerät hängen Moderne Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus haben bei oftmals kompakter Bauweise eine enorm hohe Energiedichte und können durch technische Mängel oder unsachgemäße Handhabung brandgefährlich werden. Ein großes Risiko stellt dabei insbesondere die Nutzung nicht kompatibler Ladegeräte oder -kabel dar, warnt das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). Diese können den Akku unter Umständen überladen, was zu Schäden an der Batterie oder sogar zur Explosion führen kann.

Kritisch sei zudem das Laden von Lithium-Ionen-Akkus, die lange nicht genutzt wurden und tiefenentladen sind. Ungenutzte Lithium-Ionen-Akkus sollten daher bei einem Ladezustand von 30 bis 60 Prozent gelagert werden - dieser Bereich ermöglicht die längste Lebensdauer für den Akku. Immerhin: Die in vielen aktuellen Akkus integrierte Lade-Elektronik schützt heutzutage vor einer Tiefenentladung, indem sich Geräte wie beispielsweise Handys rechtzeitig von selbst ausschalten. Auch sehr kalte Temperaturen sind schädlich für Akkus. Bei kaltem Winterwetter sollten deshalb beispielsweise E-Bike-Akkus nicht in einer unbeheizten Garage gelagert und schon gar nicht geladen werden.

Prüfsiegel schafft Sicherheit

Wer Lithium-Batterien kauft, sollte dem IFS zufolge auf geprüfte Sicherheit achten, die am GS-Zeichen zu erkennen ist. Grundsätzlich gelte es, die Angaben von Geräte- und Akku-Herstellern zu beachten und ausschließlich mitgelieferte oder für den Ladezweck vom Hersteller vorgesehene Ladegeräte zu benutzen. Tabu sind jegliche Versuche, Lithium-Zellen zu öffnen, zu zerlegen oder zu modifizieren. Das Problem: Eine defekte Lithium-Zelle kann sich bis auf 800 Grad erhitzen und eine Kettenreaktion bis hin zur Explosion hervorrufen.

Lithium-Akkus werden den Angaben nach am besten nicht in der Nähe brennbarer Materialien und nur in Räumen mit einem Feuermelder geladen. Wer Beschädigungen oder Aufblähungen an einem Akku feststellt, darf diesen keinesfalls mehr benutzen, sondern sollte ihn ordentlich entsorgen.

Was tun mit defekten Akkus?

Um gefährliche Kurzschlüsse zu verhindern, klebt man die Pole oder Kontaktflächen ausrangierter Lithium-Batterien ab, erklärt das IFS. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch bei längerer Lagerung. Für die Rückgabe alter oder defekter Zellen stehen bei vielen Händlern, die Batterien oder Geräte mit Batterien verkaufen, Sammelboxen bereit. Und auch die kommunalen Sammelstellen nehmen Akkus kostenlos an. Eine Entsorgung über den Hausmüll ist verboten. Was Sie bei einer fachgerechten Entsorgung von Akkus beachten sollten, verrät unser Ratgeber.

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