
Proteste gegen ACTA
Landesweit trotzten heute Demonstranten der winterlichen Kälte und protestierten gegen das umstrittene
ACTA-Abkommen zum
internationalen
Urheberrecht.
Mehrere tausend Menschen haben allein in
Berlin friedlich gegen ACTA demonstriert. Nach Polizeiangaben
beteiligten sich rund 6 000 Menschen an der Demonstration, die vom
Alexanderplatz in Mitte bis zum Hausvogteiplatz führte. Dort endete
die Kundgebung gegen 16 Uhr. Die Veranstalter, zu denen auch die
Piratenpartei und die "Occupy"-Bewegung gehörten, sprachen von mehr
als 10 000 Teilnehmern. Auch in zahlreichen anderen Städten fanden
Demonstrationen statt, insgesamt beteiligten sich Medienberichten zufolge rund 30 000 Menschen an den Kundgebungen.
Auf Plakaten forderten Teilnehmer "Freiheit im Internet" oder "Für
Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der
Hacker-Vereinigung Anonymous. Auch Parteimitglieder der Grünen, der
Piraten- und der Linkspartei beteiligten sich in Berlin an den Protesten.
Der Vorsitzende des Vereins "Digitale Gesellschaft", Markus
Beckedahl, kritisierte in einer kurzen Rede auf dem Alexanderplatz ACTA als
intransparent, undemokratisch und schädlich. "Wir wollen ein
Urheberrecht, das sich an unsere Medien-Nutzungsgewohnheiten
anpasst." Der Kreuzberger Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian
Ströbele forderte eine sogenannte Kultur-Flatrate für geistiges
Eigentum. Er regte zugleich eine "breite Diskussion über alternative
Modelle für eine gerechte Entlohnung von Urhebern" an.
Deutschland will das ACTA-Abkommen wie berichtet vorerst nicht unterzeichnen.
Die zuständige Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte Bedenken angemeldet, wie gestern bekannt
wurde. Trotzdem demonstrierten tausende ACTA-Gegner
am Samstag nicht nur in vielen deutschen Städten, sondern auch in anderen Ländern.
Weltweit rechnete der
internationale Koordinator der Kampagne "Stopp ACTA", Sebastian
Radtke, mit 150 000 bis 200 000 Protest-Teilnehmern gegen das
Anti-Piraterie-Abkommen.
Der auf Initiative der USA und Japan ausgehandelte Vertrag regelt
unter anderem die "Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums
im digitalen Umfeld". Kritiker sehen in ihm eine Einschränkung von
Freiheitsrechten im Internet.
Weitere Meldungen zum Thema ACTA-Abkommen 