Mobiles Internet

Deutschland ist eines der Schlusslichter beim mobilen Internet

Internet-Nutzung über mobile Geräte wächst aber weltweit rasant
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Deutschland eines der Schlusslichter beim mobilen InternetDeutschland eines der Schlusslichter beim mobilen Internet Obwohl die Nutzung des Internets über mobile Geräte weltweit rasant wächst, gehört Deutschland immer noch zu den Ländern, in denen das Netz größtenteils stationär genutzt wird. Eine Studie offenbart, welche Anforderungen mobile Internetnutzer an ihren Provider stellen.

Für die Studie Mobile Watch 2012 hat das Beratungsunternehmen Accenture weltweit etwa 17 000 Personen befragt, davon rund 1 600 in Deutschland. Interessanterweise war mehr als ein Viertel der befragten Teilnehmer, nämlich 27 Prozent, über 50 Jahre alt. Weitere 24 Prozent der Befragten waren zwischen 24 und 29 Jahre alt. Die Macher der Studie wollten auch herausfinden, worauf Verbraucher bei der Auswahl von Smartphone und Provider besonders achten.

Mobile Internet-Nutzung in Deutschland noch ausbaufähig

In den letzten Jahren erstreckte sich die Mobile-Watch-Studie lediglich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz - dieses Mal wurden auch Teilnehmer aus weiteren zehn Ländern befragt. Die Länder, in denen das Internet besonders gerne über Smartphones und Tablets genutzt wird, sind Südafrika, Brasilien und die Schweiz. In Frankreich, Finnland und Deutschland sitzen dagegen die "Mobil-Muffel" nach wie vor lieber vor einem stationären Internet-Zugangsgerät wie beispielsweise einem PC.

In einem Punkt ist Deutschland laut der Studie allerdings gut aufgestellt: Hierzulande nutzen nämlich mittlerweile genau so viele Frauen wie Männer das mobile Internet (Männer: 59 Prozent, Frauen: 58 Prozent). Nur in Irland haben die Frauen die Männer mittlerweile überholt (Männer: 76 Prozent, Frauen: 78 Prozent). Am krassesten klafft die Lücke zwischen den Geschlechtern dagegen in Finnland (Männer: 68 Prozent, Frauen: 48 Prozent).

Am beliebtesten für die mobile Internet-Nutzung sind nach wie vor Smartphones: 61 Prozent aller weltweit Befragten verwendeten ein Smartphone, 37 Prozent ein Netbook. Die Tatsache, dass lediglich 22 Prozent der Anwender ein Tablet einsetzen, lässt darauf schließen, dass viele Surfer immer noch Wert auf eine klassische Hardware-Tastatur legen.

Überraschung: Nutzer zahlen gerne für Premium-Services

58 Prozent aller weltweit interviewten Personen nutzen das mobile Internet überwiegend privat, nur 20 Prozent sind beruflich auf mobiles Internet angewiesen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich heruntergeladene Apps und Cloud-Services, danach kommen in der Beliebtheitsskala soziale Netzwerke und Videodienste wie Youtube.

Über ein Ergebnis dürften sich die Provider, die händeringend nach neuen Erlösquellen suchen, besonders freuen: 87 Prozent aller Studienteilnehmer würden für technische Premium-Services als Ergänzung zu ihrem Mobilfunkvertrag extra bezahlen. Für eine bessere Netzleistung würde die Hälfte der Anwender sogar 10 Euro monatlich mehr investieren. Große Besorgnis besteht - vor allem in Deutschland - beim Thema Datensicherheit: Dies ist einer der Gründe, warum Dienste wie Online-Banking bisher nicht auf breiter Basis mobil genutzt werden. Doch auch der Verlust von Daten auf dem Mobilgerät bereitet den Befragten Sorge.

Das erwarten Nutzer von ihrem Provider

Bei der Entscheidung für ein neues mobiles Gerät hat bei 85 Prozent der Umfrageteilnehmer das Betriebssystem die wichtigste Rolle gespielt. Android, iOS und Windows-Systeme sind - in dieser Reihenfolge - am beliebtesten. Der Blackberry kann in Südafrika als bevorzugtes Systeme vor allen anderen Punkte sammeln.

Auch bei der Auswahl des Providers haben die Anwender klare Präferenzen: Für 89 Prozent ist eine gute Netzqualität wichtig, danach folgen Netzabdeckung und Internetgeschwindigkeit. Günstige Preise stehen erst an vierter Stelle, gefolgt von einem guten Kundenservice. Doch auch bisherige Erfahrungen mit einem Provider spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Mobile Bezahlsysteme sind allerdings kaum gefragt: Obwohl 74 Prozent wissen, dass es solche Systeme gibt, werden diese nur von 16 Prozent tatsächlich genutzt, und dies hauptsächlich für Ticketkäufe.

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